Umstrittenes Startup platziert Wandelanleihe Erneut 1,6 Milliarden Dollar für Uber

Erst vor wenigen Tagen kündigte Uber-Chef Travis Kalanick in München eine weitere Expansion an. Die Bank Goldman Sachs hat für den US-Fahrdienst dafür ein weiteres Etappenziel erreicht und eine milliardenschwere Wandelanleihe platziert.
Von Andrea Rungg
Auf der Durchreise: Uber-Chef Travis Kalanick erklärte am Sonntag bei der Hubert-Burda-Digital-Konferenz DLD seine Expansionspläne.

Auf der Durchreise: Uber-Chef Travis Kalanick erklärte am Sonntag bei der Hubert-Burda-Digital-Konferenz DLD seine Expansionspläne.

Foto: DPA

New York - Uber setzt seine Finanzierungsoffensive einem Bericht zufolge fort: Der Online-Fahrdienst-Vermittler habe weitere 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) mit einer Wandelanleihe bei Kunden aus der Vermögensverwaltung der Investmentbank Goldman Sachs eingesammelt, berichtete der Finanz-Nachrichtendienst Bloomberg am Mittwoch Abend unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Das Unternehmen wolle mit dem Geld seine internationale Expansion vorantreiben. Die von Goldman Sachs platzierte Wandelanleihe soll laut dem Bericht über sechs Jahre laufen. Sollte Uber in diesem Zeitraum an die Börse gehen, würden die Zeichner der Papiere vergünstigt Aktien erhalten. Falls die Firma nach vier Jahren noch nicht an der Börse ist, sollen sie von einem Zinscoupon - einem Teil der Anleihe, der zu einer Zinsbeteiligung berechtigt - profitieren.

Uber will den Transport in Städten grundlegend ändern. Der umstrittene Fahrdienst bietet sich derzeit in 277 Städten und 54 Ländern als Alternative zu Taxis an. Die Fahrten sind nur teilweise günstiger als bei herkömmlichen Angeboten. Uber stößt weltweit auf Widerstände, weil das Unternehmen häufig gesetzliche Regeln unterläuft. Uber will Behörden nun zu Änderungen von Gesetzen drängen, so dass das US-Startup unaufhaltsam wachsen kann.

Zudem befinde Uber sich weiter in Verhandlungen mit Hedgefonds und strategischen Investoren, um das Volumen einer 1,2 Milliarden Dollar schweren Finanzierungsrunde von Anfang Dezember um 600 Millionen Dollar aufzustocken, schreibt Boomberg. Damals soll die Firma mit über 40 Milliarden Dollar bewertet worden sein. Wenig später hatte der chinesische Online-Riese Baidu seinen Einstieg bei Uber bekanntgegeben.

Ob es sich tatsächlich um eine weitere Aufstockung um weitere 600 Millionen Dollar handelt, dies erscheint derzeit noch unklar. Erst im Dezember hatte Uber den chinesischen Internetkonzern Baidu als strategischen Investor präsentiert, der chinesischen Medien zufolge selbst 600 Millionen Dollar beigesteuert hat. Das 1,2-Milliarden-Dollar-Investment hatte Uber unmittelbar zuvor bestätigt. Möglich ist auch, dass das der Geldregen von Baidu damals niedriger ausgefallen ist und Uber nun noch Finanziers für den Restwert sucht, um insgesamt auf die zusätzlichen 600 Millionen Dollar zu kommen.

mit Material von dpa