Sonntag, 31. Mai 2020

Medienberichte Uber-Chef Kalanick will Kriegskasse mit weiteren Milliarden auffüllen

Was will der Mann mit dem vielen Geld? Travis Kalanick, Gründer und Chef des umstritten Startups und Fahrdienstvermittlers Uber könnte in diesem Jahr mehr als drei Milliarden Dollar von Investoren einsammeln

Vor gerade einmal fünf Monaten sammelte Uber 1,2 Milliarden Dollar bei Investoren ein. Jetzt will sich der Fahrdienstvermittler zwei weitere Milliarden Dollar besorgen - die Kriegskasse wäre damit randvoll.

San Francisco - Der umstrittene Fahrdienstvermittler Uber will sich laut Medienberichten bis zu zwei weitere Milliarden Dollar bei Investoren besorgen. Das Startup hätte damit eine gewaltige Kriegskasse für die internationale Expansion und seinen Streit mit dem Taxi-Gewerbe. Denn Uber habe noch eine Milliarde Dollar aus der vergangenen Finanzierungsrunde von Juni übrig, berichtete die "Financial Times" (FT).

Zusätzlich zu den bisherigen Investoren wie Blackrock, TPG, Google Ventures und Menlo Ventures sollten auch potenzielle neue insbesondere in Asien angesprochen werden, so die FT.

Aktuell könne Uber bis zu zwei Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) einsammeln, schrieb das "Wall Street Journal" am Samstag. Die Gesamtbewertung könne dabei über 30 Milliarden Dollar liegen, hieß es unter Berufung auf eine informierte Person. Der "FT" zufolge geht es um mehr als eine Milliarde Dollar, nach Informationen des Technologieblogs "Recode" könnte der Firmenwert auf 25 Milliarden Dollar festgesetzt werden.

Unklar ist, warum Uber schon wieder die Kassen auffüllen will

Die Firmen-Bewertung bei einer Finanzierungsrunde entscheidet darüber, welche Beteiligung an dem Unternehmen ein Investor für sein Geld bekommt. Je höher die Bewertung, desto geringer fällt der Anteil für eine bestimmte Summe aus.

Uber hatte sich zuletzt im Juni 1,2 Milliarden Dollar bei Investoren geholt. Dabei wurde die Firma mit 17 Milliarden Dollar bewertet, was damals schon als außergewöhnlich viel empfunden wurde. Die Geldgeber trauen es Uber zu, mit seiner Plattform neben der Taxi-Branche auch die Logistik umzukrempeln.

Warum genau Uber nach weniger als sechs Monaten schon wieder die Kassen auffüllen will, blieb in den Berichten offen. Der Fahrdienst-Vermittler befindet sich gerade in einer rasanten internationalen Expansion in mehr als 40 Ländern und liegt vielerorts im Clinch mit dem klassischen Taxi-Gewerbe und Behörden. Sie werfen dem Startup aus San Francisco einen unfairen Wettbewerb vor. Uber vermittelt mit Hilfe einer Smartphone-App Fahrten mit Chauffeuren, aber auch mit privaten Fahrern. In Deutschland hatten Taxi-Unternehmer mehrere Erfolge gegen Uber vor Gericht erzielt.

rei/rtr/dpa

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