Dienstag, 17. September 2019

Vize spricht über Schmutzkampagnen Uber-Chef Kalanick distanziert sich: "Schreckliche Äußerungen"

Uber-Chef Kalanick: Sicher, dass Michael aus Fehlern lernen kann

Nach den skandalträchtigen Bemerkungen seines Vizes hat sich Uber-Chef Travis Kalanick von Emil Michael distanziert. Kalanick sprach von "schrecklichen Äußerungen" und einem "Fehlen von Menschlichkeit" - zurücktreten muss Michael aber wohl nicht.

San Francisco - Der Chef des umstrittenen Fahrdienst-Vermittlers Uber hat sich von einem seiner wichtigsten Top-Manager distanziert, der Schmutzkampagnen gegen Journalisten ins Gespräch gebracht hatte. Die Äußerungen seines Vizepräsidenten Emil Michael seien "schrecklich" gewesen, und er habe damit nicht die Position des Unternehmens vertreten, schrieb Firmenchef und Mitgründer Travis Kalanick beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Michaels Bemerkungen "zeigten ein Fehlen von Führungsstärke und Menschlichkeit", so Kalanick weiter. Zugleich sei er sicher, dass Michael aus Fehlern lernen könne. Ein Rücktritt des für das operative Geschäft zuständigen Vize-Chefs, wie ihn viele gefordert hatten, scheint damit vom Tisch zu sein.

Der Uber-Manager hatte in einer vermeintlich privaten Unterhaltung davon gesprochen, das Privatleben kritischer Journalisten auszuforschen, um sie unter Druck zu setzen. Michael richtete sich dabei einem "Buzzfeed"-Bericht zufolge vor allem gegen die Autorin Sarah Lacy des Tech-Blogs "Pandodaily", die Uber wiederholt Frauenhass und Sexismus vorgeworfen hatte. Uber-Chef Kalanick twitterte: "Und zuletzt möchte ich mich noch bei @saracuda entschuldigen". Lacy twittert unter diesem Synonym.

Das Startup-Unternehmen aus San Francisco versicherte zudem in einem Blogeintrag, dass Nutzerdaten nur für legitime Geschäftszwecke eingesehen würden. Die Einhaltung dieser Regel werde überwacht.

Uber liegt weltweit im Clinch mit der Taxi-Branche, die dem Dienst unfairen Wettbewerb vorwirft. Dem Unternehmen, das in diesem Jahr rund 1,2 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt hat, wurden bereits wiederholt rabiate Geschäftspraktiken vorgeworfen

ts/dpa

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