Sonntag, 21. April 2019

Disney offenbar an Twitter interessiert Öffnet Dorsey für Twitter die Tür bei Disney? 

Kämpft um sein Lebenswerk: Twitter-Gründer und Chef des Konzerns, Jack Dorsey, könnte in seiner Funktion als Disney-Verwaltungsratsmitglied zumindest ein gutes Wort für eine Überrnahme des Kurznachrichtendienstes durch den Medienkonzern einlegen

Die Google-Mutter Alphabet und der Cloud-Anbieter Salesforce wurden zuletzt als mögliche Käufer von Twitter gehandelt. Dass jetzt auch der Medienriese Disney als heißer Kaufkandidat gilt, ist kein Zufall. Schließlich sitzt ein echter Twitter-Kenner im Disney-Verwaltungsrat.

Der US-Medienriese Disney erwägt, den Internetdienst Twitter zu kaufen. Der Konzern habe einen Finanzberater engagiert, der das Geschäft prüfen solle, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Twitter steckt seit Längerem in der Krise - Gerüchte über einen Verkauf gibt es schon seit Monaten.

Disney reagierte nicht auf Nachfragen zu dem Bloomberg-Bericht. Zwischen dem Konzern und dem Kurzbotschaftendienst gibt es eine personelle Verbindung: Twitter-Mitgründer und -Chef Jack Dorsey sitzt im Disney-Verwaltungsrat.

Die Übernahmegerüchte um Twitter hatten am vergangenen Freitag Fahrt aufgenommen. Der US-Nachrichtensender CNBC berichtete, der Verkauf stehe kurz bevor. Interessenten seien unter anderem die Google-Mutter Alphabet und der Cloud-Anbieter Salesforce. Auch der Technologieriese Microsoft und der Telekommunikationskonzern Verizon wurden als mögliche Käufer genannt. Die Twitter-Aktie legte am Freitag mehr als 20 Prozent zu.

Die auf die Technologiebranche spezialisierte Nachrichtenseite Recode berichtete zuletzt, Twitter - an der Börse rund 16 Milliarden Dollar (14,2 Milliarden Euro) wert - wolle bis zu 30 Milliarden Dollar als Kaufpreis.

Analyst Rob Enderle von der Enderle Group zeigte sich skeptisch. "Das Problem ist, jemanden zu finden, der tatsächlich Geld für sie bezahlen will - schließlich sind sie nicht profitabel."

Der Internetdienst, der dieses Jahr seinen sechsten Geburtstag feierte, hat noch nie Gewinn gemacht. Die Nutzerzahlen steigen zudem mittlerweile nur noch langsam. Während Twitter etwa bei Journalisten, Aktivisten und Prominenten von Musik bis Sport sehr beliebt ist, hapert es weiterhin an der Verankerung in der breiten Bevölkerung.

rei/afp

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