Sinkende Anzeigenpreise Smartphone und Tablet bremsen Google aus

Google hat Umsatz und Gewinn im ersten Quartal gesteigert, aber nicht so stark wie erwartet: Der Trend zu Mobilgeräten drückt die Anzeigenpreise. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht.
Im Zweifel für das Smartphone: Selbst Google-Manager Hugo Barra zeigt klare Präferenz

Im Zweifel für das Smartphone: Selbst Google-Manager Hugo Barra zeigt klare Präferenz

Foto: Justin Sullivan/ Getty Images

Mountain View - Fallende Preise für Online-Werbung bremsen Google aus. Im ersten Quartal verdiente der Internetkonzern dadurch nicht so viel Geld wie Analysten erwartet hatten. Die Google-Aktie  fiel nach Börsenschluss zunächst um 5 Prozent, pendelte sich dann aber bei minus 3 Prozent ein.

"Wir haben ein weiteres großartiges Quartal erlebt", sagte Google-Mitgründer und -Chef Larry Page am Sitz im kalifornischen Mountain View. Die Zahlen gaben ihm auf den ersten Blick Recht: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 15,4 Milliarden Dollar (11,1 Milliarden Euro). Der Gewinn legte um 3 Prozent auf annähernd 3,5 Milliarden Dollar zu.

Der nähere Blick auf den Geschäftsverlauf offenbarte aber Schwachpunkte: Der Preis, den Google pro Klick auf eine Anzeige erzielen konnte, lag um 9 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Hintergrund ist die Verbreitung von Smartphones und Tablets. Werbetreibende zahlen wegen der kleinen Bildschirme und oft langsamen Verbindungen weniger Geld für einen Klick als auf einem PC.

Google hofft darauf, dass die Suchfunktionen und die Anzeige von Webseiten auf mobilen Geräten verbessert werden, so dass Nutzer Produkte künftig einfacher kaufen können. Einen Zeitraum nannte Google-Manager Nikesh Arora für die erwartete Steigerung der Anzeigenpreise nicht. Analyst Rice sagte, die Talsohle sei zwar wahrscheinlich erreicht. "Ich erwarte aber keine schnelle Erholung."

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Online-Werbung an sich boomt aber. Google konnte 26 Prozent mehr bezahlte Klicks verbuchen. Ausgangspunkt sind zum einen Textanzeigen bei Suchmaschinen-Ergebnissen und zum anderen grafische Anzeigen, die sogenannten Banner. Große Konkurrenten auf dem Markt sind Facebook  und Yahoo . Letztgenannter hatte am Vortag einen stagnierenden Umsatz vermeldet, Facebook legt seine Geschäftszahlen erst nächste Woche vor.

Google hat neben der Suchmaschine sukzessive weitere Geschäftsfelder aufgebaut wie das Smartphone-Betriebssystem Android, die Datenbrille Google Glass oder die Online-Bürosoftware Google Apps. Der Konzern ist auch einer der Vorreiter selbstfahrender Autos. Erst in dieser Woche übernahm Google zudem den Drohnenhersteller Titan Aerospace. Der Konzern will mit Hilfe der Fluggeräte Internet in entlegene Gebiete bringen.

"Ich bin begeistert darüber, welche Fortschritte unsere neuen Geschäftszweige machen", sagte Page. Google lässt sich seine Unternehmungen einiges kosten und stellt beispielsweise laufend neue Leute ein. Die Zahl der Mitarbeiter stieg binnen eines Jahres um 2300 auf rund 46.200.

Dabei sind die 3700 Beschäftigten bei der zugekauften Handytochter Motorola  noch nicht eingerechnet. Google ist gerade dabei, das verlustbringende Handygeschäft an den chinesischen Computerhersteller Lenovo  zu verkaufen. Zum Abschied schwächte Motorola die Bilanz noch einmal mit einem Minus von knapp 200 Millionen Dollar.

ts/dpa-afx/rtr