22-Milliarden-Dollar-Deal Mit Apple gewinnt Bain das Rennen um Toshiba-Chipsparte

Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Speicherchips, die Chipsparte von Toshiba, geht wohl an ein Konsortium unter Führung des Finanzinvestors Bain Capital. Die Gruppe will dafür rund 22 Milliarden Dollar zahlen.
Der Toshiba-Konzern braucht die Milliarden aus dem Verkauf seines Chipgeschäfts, um sich nach der Pleite der Kraftwerkstochter neu aufzustellen

Der Toshiba-Konzern braucht die Milliarden aus dem Verkauf seines Chipgeschäfts, um sich nach der Pleite der Kraftwerkstochter neu aufzustellen

Foto: ANDREW KELLY/ REUTERS

Das von US-Finanzinvestor Bain Capital angeführte Konsortium hat mehreren Insidern zufolge den Bieterwettkampf um Toshibas Chipsparte gewonnen. Die Entscheidung sei nun gefallen und werde im Laufe des Tages offiziell bekanntgegeben, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch.

Toshiba hatte vergangene Woche bereits eine Absichtserklärung mit der Bain-Gruppe unterzeichnet, aber parallel auch mit US-Partner Western Digital weiter verhandelt. Noch am Dienstagabend hatte es in Unternehmenskreisen geheißen, der angeschlagene japanische Elektronikkonzern favorisiere doch Western Digital. Die Offerte der Bain-Gruppe bewertet die Chipsparte laut Insidern mit 22 Milliarden Dollar. Toshiba und Bain äußerten sich zunächst nicht dazu.

Western Digital habe einer von Toshiba gestellten Bedingung zur Begrenzung der Beteiligung beim Chipgeschäft nicht zugestimmt, sagte einer der Insider. Der Bieterprozess war durch einen Rechtsstreit zwischen Toshiba und seinem US-Partner Western Digital, mit dem die Japaner das wichtigste Chip-Werk betreiben, ausgebremst worden.

Auch wechselnde Bietergruppen hatten den Prozess verzögert. Zum Konsortium von Finanzinvestor Bain gehört auch Toshibas südkoreanischer Rivale SK Hynix. Um seine Offerte aufbessern zu können, hatte Bain zudem US-Techfirmen wie Apple (Kurswerte anzeigen) und Dell  mit ins Boot geholt.

Toshiba braucht die Milliarden aus der Veräußerung des weltweit zweitgrößten Herstellers von Speicherchips (NAND) dringend, um sich nach der Insolvenz der US-Kraftwerkstochter Westinghouse neu aufzustellen.

rei/Reuters
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