Dienstag, 22. Oktober 2019

Facebook mischt Dating-Markt auf So läuft das Tinder-Geschäft

5. Teil: Auch Lovoo hat einen Partner gefunden

Polizisten durchsuchen die Geschäftsräume von Lovoo (Juni 2016)

Den Titel als deutscher Marktführer kann auch Lovoo für sich in Anspruch nehmen - zumindest, was die Zahl der Downloads von Dating-Apps angeht. Das Dresdener Unternehmen ist einer von vielen lokalen Tinder-Konkurrenten, die in einzelnen Märkten die Dominanz der globalen Marke überstrahlen.

So ist beispielsweise die von einem französischen Startup lancierte App Happn Marktführer in New York - in Metropolen lohnt sich deren Modell eher, Zufallsbegegnungen im echten Leben digital zu unterstützen. In Japan führt YYC, in Kalifornien das an Homosexuelle gerichtete Grindr - und in deutschsprachigen Ländern eben Lovoo.

Furore machte das Unternehmen vor allem 2016 mit einer Polizeirazzia und Betrugsvorwürfen, unter anderem wegen gefälschter Profile. Ein häufiges Problem mancher Dating-Plattformen ist der Überschuss männlicher Nutzer auf Partnersuche, der sich nicht immer vom Algorithmus regulieren lässt.

Nichtsdestotrotz fand sich auch für Lovoo im November 2017 ein Käufer. Die börsennotierte US-Firma The Meet Group Börsen-Chart zeigen überwies 60 Millionen Euro nach Sachsen. Sie versammelt mehrere Plattformen wie Meetme oder Skout, die an der Grenze zwischen sozialem Netzwerk für High-School-Schüler und Flirt-App immerhin 14 Millionen monatlich aktive Nutzer zählen.

Geschäftlich waren die Ergebnisse zuletzt miserabel: Auf 124 Millionen Dollar Umsatz verbuchte die Meet Group im vergangenen Jahr 64 Millionen Dollar Verlust. Im Eiltempo werden jetzt Anzeigenerlöse durch Nutzergebühren ersetzt.

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