Apple intern So rechtfertigt Tim Cook sein Treffen mit Donald Trump

Offenbar amüsiert: Apple-Chef Cook lauscht den Worten des künftigen US-Präsidenten Trump

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Anonyme Quellen enthüllen: Das sagten Cook, Bezos, Musk und Co. beim Tech-Gipfel zu Trump

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Das Treffen mehrerer Unternehmer und Topmanager aus dem Silicon Valley mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump in der vergangenen Woche hatte großes Aufsehen erregt: Im Wahlkampf hatten die US-Tech-Größen zum weitaus überwiegenden Teil noch Opposition gegen Trump gemacht - und er gegen sie.

Das scheint nun jedoch plötzlich vergessen: Auf Einladung Trumps pilgerten die Wirtschaftslenker am Mittwoch vergangener Woche nach New York. 90 Minuten lang sprachen die IT-Chefs mit dem künftigen Herrn im Weißen Haus über verschiedene Themen, die die Tech-Branche bewegen. Von Opposition, so schien es, ist plötzlich keine Rede mehr.

Auch Apple-Chef Tim Cook war unter den Teilnehmern des Tech-Gipfels. Am großen Konferenztisch im Trump Tower saß er gleich neben Tech-Investor und Trump-Berater Peter Thiel, der wiederum direkt an Trumps Seite Platz genommen hatte. Zudem besprach sich Cook im Anschluss an die große Runde noch mit Trump unter vier Augen - ein Privileg, das außer ihm nur dem Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk zuteil geworden war.

Die plötzliche Nähe des Apple-Chefs zu Trump ist umso bemerkenswerter, weil letzterer noch vor Kurzem nicht mit Kritik am iPhone-Hersteller gespart hatte. Als sich das Unternehmen nach dem Attentat im kalifornischen San Bernadino vor gut einem Jahr geweigert hatte, der US-Bundespolizei bei der Entschlüsselung des iPhones des Täters behilflich zu sein, wurde dies von Trump öffentlich scharf kritisiert. Auch die Tatsache, dass Apple  seine Produkte zum großen Teil im Ausland fertigt, ist dem kommenden US-Präsidenten ein Dorn im Auge. Auf Twitter äußerte er sich zudem sogar schon zu Details wie der Display-Größe von iPhones, die ihm eine Zeit lang offenbar nicht groß genug waren.

In einem firmeninternen Forum sah sich Cook nun offenbar gezwungen, sich dafür zu rechtfertigen, dass er sich trotz aller Vorbehalte, die es in weiten Kreisen seiner Mitarbeiter sowie seiner Kundschaft gegenüber Trump geben dürfte, mit dem künftigen US-Präsidenten getroffen hat.

Der einzige Weg, Trump zu beeinflussen, sei, sich mit ihm auseinanderzusetzen, schrieb Cook nach Angaben des US-Techblogs "Recode ". "Persönlich war ich nie der Ansicht, dass die Seitenlinie ein Erfolg versprechender Ort ist", so Cook. Vielmehr sei es nötig in die Arena zu steigen, um Einfluss zu nehmen. "Ganz gleich also, ob es um die USA geht, um die Europäische Union, um China oder um Südamerika, wir greifen ein", so der Apple-Chef.

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Dabei sei es unerheblich, ob man einer Meinung mit der Politik sei oder nicht. Die Dinge ließen sich einfach nicht ändern, wenn man lediglich "herumplärre", so Cook. Man müsse der Welt vielmehr klarmachen, warum der eigene Weg der beste sei. "Das ist in vielerlei Hinsicht ein Wettstreit der Ideen", so der Apple-Chef.

Insbesondere sei der Dialog mit Regierungen wichtig, weil diese großen Einfluss darauf hätten, wie Apple das tun könne, was Apple tue, so Cook.

Darüber hinaus nennt der Apple-Chef in seinem Forumseintrag einige der großen Themenfelder, die seinem Unternehmen nach seiner Darstellung besonders am Herzen liegen, und über die es erforderlich sei, mit der Politik zu reden, als da wären: Die grundlegenden Menschenrechte sowie der Umweltschutz und der Kampf gegen den Klimawandel.

Cooks Stellungnahme ist nicht der einzige Hinweis darauf, dass Apple auch künftig nicht auf Kuschelkurs zur neuen US-Regierung gehen will. Wie US-Medien in diesen Tagen berichten, befindet sich der iPhone-Hersteller vielmehr unter jenen Firmen, die sich weigern, Daten herauszugeben, mit denen sich ein Register für Amerikaner muslimischen Glaubens einrichten ließe. Dieses Register war von Trump angeregt worden. Zu den Verweigerern zählen neben Apple US-Medien zufolge auch Twitter , Facebook , Google , IBM , Uber und Microsoft .