Montag, 30. März 2020

Subventionen und Kosten bestimmen Standortentscheidung mit Tesla plant neue Gigafactory in den USA für Cybertruck und Model Y

Elektroauto-Hersteller stellt Pick-up-Truck vor: Teslas "Cybertruck" in sechs Zahlen
Tesla

Im November vergangenen Jahres noch erwog Tesla-Chef Elon Musk, sich ganz von Twitter zu verabschieden. Er sei sich über den Nutzen der Plattform nicht mehr sicher, kokettierte er mit einem Abschied von zugleich auch seinerzeit 29 Millionen Nutzern.

Schon mehrfach hatte sich Musk mit Beiträgen um Kopf und Kragen getwittert. Sei es, dass er einen britischen Höhlenforscher als Päderast bezeichnete oder mal nonchalant auf Twitter damit liebäugelte, Tesla von der Börse zu nehmen. Nichts davon ist passiert. Beim Taucher entschuldigte sich Musk, Tesla ist noch an der Börse und die Zahl der Follower auf 32 Millionen gestiegen.

So manches, was Vielschreiber Musk via Twitter verbreitet, darf man getrost als Unsinn oder Selbstmarketing verbuchen - so auch die Idee, unter der geplanten Gigafactory im brandenburgischen Grünheide bei Berlin womöglich eine unterirdische Riesendisco ("mega rave cave") zu bauen.

Ernsthaft aufhorchen aber lässt sein jüngster Beitrag, er suche einen geeigneten Platz für eine weitere Gigafactory für den noch in der Entwicklung befindlichen Cybertruck - vermutlich im Zentrum der USA, wie Musk andeutete. Auch für das Model Y hielten Scouts Ausschau nach einem Produktionsstandort, womöglich an der Ostküste der USA. Kaum hatte Musk die Pläne in die Twitter-Welt posaunt, folgten bereits mehr oder minder offizielle Einladungen zum Gespräch mit angeblichen Vertretern verschiedener US-Bundesstaaten.

Offen ließ Musk in der Diskussion mit Followern, ob es sich nun um zwei Fabriken an verschiedenen Standorten oder in einer Fabrik womöglich beide Fahrzeuge gebaut werden sollen. Bislang gibt es eine Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada, die erst kürzlich in Betrieb genommene Fabrik in Shanghai und die geplante Gigafactory nahe Berlin.

Gegenüber dem "Wall Street Journal" erklärte Musk, dass bei der Standortauswahl für die neue(n) Fabrik(en) Kosten für Logistik, Zugang zu ausreichend auch qualifizierten Arbeitskräfte und selbstverständlich Subventionen eine Rolle spielen werden.

Für den Cybertruck will Musk das in den USA wichtige Pick-up-Segment elektrifizieren. Mindestens 200.000 Bestellung sollen für den flachen, kantigen und langgestreckten Elektro-Pick-up vorliegen, der eher einem Mondfahrzeug ähnelt. Produktionsbeginn ist für 2022 geplant. Je nach Ausführung soll der Cybertruck zwischen 40.000 und 70.000 Dollar vor Steuern kosten.

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