Mittwoch, 18. September 2019

Tech-Riese Naspers plant Börsennotierung an Euronext Dieser afrikanische Konzern ist mehr wert als BMW, Lufthansa und Deutsche Bank zusammen

Koos Bekker: Mit seinem Tencent-Investment hat der frühere Naspers-CEO und heutige Chairman die Basis der heutigen Milliardenbewertung gelegt

In Südafrika ist Naspers ein Haushaltsname wie hierzulande BMW oder Daimler. Die Firma mit einer mehr als 100-jährigen Unternehmensgeschichte ist eine der führenden Mediengruppen des Landes, verlegt zahlreiche Zeitungen, Magazine und andere digitale Medienangebote.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 100 Milliarden Dollar ist Naspers - zumindest auf dem Papier - das wertvollste Unternehmen ganz Afrikas. Und macht damit alleine ein Fünftel eines der wichtigsten Indizes an der Börse in Johannesburg aus.

Der Wert des Unternehmens, das in seinen frühen Jahren das Apartheid-Regime massiv unterstützte, rührt allerdings nicht aus den diversen Verlagsaktivitäten, sondern von einem Glücksgriff aus der Zeit der Jahrtausendwende her. Damals, im Jahr 2001, kaufte sich der damalige Naspers-Chef und heutige Chairman Koos Bekker bei dem noch weitgehend unbekannten chinesischen Start-up Tencent ein.

32 Millionen Dollar investierten die Südafrikaner damals für rund ein Drittel des IT-Start-ups. Heute ist Tencent eines der größten Tech-Unternehmen Chinas und betreibt mit WeChat einen der erfolgreichsten Sofortnachrichtendienste der Welt. Entsprechend ist der Wert des Investments in die Höhe geschossen: Mittlerweile ist die Napster-Beteiligung mehr als 131 Milliarden Dollar wert - mehr als das Viertausendfache des Einstiegspreises.

Und das, obwohl die Südafrikaner im vergangenen Jahr zwei Prozent ihrer Tencent-Beteiligung zu Geld gemacht haben - für fast zehn Milliarden Dollar. Geld, das sie für weitere Engagements verwenden konnten.

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