Donnerstag, 18. Juli 2019

Megadeal bahnt sich an Telekom will T-Online an Springer verkaufen

Vorrang für Internet: Der Springer-Konzern (u.a. "Bild) verlagert sein Geschäft zunehmend vom traditionellen Printbereich ins Internet und möchte jetzt nach verschiedenen Medienberichten die Telekom-Tochter T-Online kaufenpa

Der Springer-Verlag möchte die Telekom-Tochter T-Online kaufen. Beide Konzerne verhandeln bereits darüber, heißt es in Presseberichten. Gelänge der Deal, kämen "Bild.de" und das meistbesuchte Nachrichten- und Unterhaltungsportal unter ein Dach. Das Kartellamt dürfte hier aber noch ein Wort mitreden.

Bonn - Die Telekom will Berichten zufolge ihr Online-Nachrichtenportal T-Online verkaufen und spricht darüber mit dem Axel-Springer-Verlag . Die Verhandlungen zwischen den Bonnern und den Berlinern seien aber noch in einem sehr frühen Stadium, hieß es in einem Bericht der "Wirtschaftswoche". Sprecher des Verlages und der Telekom wollten dies am Samstag auf Anfrage nicht kommentieren.

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtete ebenfalls über den möglichen Verkauf. Dort hieß es unter Verweis auf Telekom-Kreise, dass der ehemalige Staatskonzern keinerlei Druck habe, das Geschäft zu verkaufen. T-Online erwirtschafte rund 100 Millionen Euro Umsatz und einen ein- bis zweistelligen Millionengewinn.

Telekom wird T-Online nicht verschleudern

Der erfolgreiche Verkauf der Scout24-Gruppe werde innerhalb des Telekom-Konzerns als Maßstab gesehen - zum Billigstpreis abgeben werde man T-Online sicher nicht. Zu den Interessenten an Scout24 hatte zwischenzeitlich ebenfalls Axel Springer gehört.

T-Online ist den Berichten zufolge mit derzeit rund 374 Millionen Besuchern pro Monat Deutschlands mit Abstand meistbesuchtes Nachrichten- und Unterhaltungsportal im Internet. Es folgen Ebay auf Rang zwei sowie die Seite Bild.de von Springer auf Platz drei.

Eine Übernahme von T-Online würde laut Branchenbeobachtern in das Konzept von Springer passen, sich zunehmend auf den Online-Bereich zu konzentrieren.

Eine Verbindung der besonders reichweitenstarken Portale T-Online und Bild.de unter einem unternehmerischen Dach würde aber wahrscheinlich sehr gründlich vom Bundeskartellamt geprüft, schreibt die "Wirtschaftswoche".

rei/dpa

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