Telekom-Strategie-Offensive Telekom verschenkt Sicherheitssoftware

Kostenloses Sicherheitspaket: Die Telekom geht auf ihre Kunden zu

Kostenloses Sicherheitspaket: Die Telekom geht auf ihre Kunden zu

Foto: Telekom

Die Deutsche Telekom will mit einem kostenlosen Software-Sicherheitspaket bei Privatkunden sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen punkten. Die Programmsammlung für Smartphones und Computer werde ab dem zweiten Quartal kostenlos zum Herunterladen angeboten, sagte Telekom-Vorstand Reinhard Clemens am Sonntag auf der Computermesse Cebit in Hannover.

Die Software stamme von vier deutschen IT-Häusern. "Seit den Snowden-Enthüllungen sind Nutzer verunsichert und fragen nach Schutzangeboten aus Deutschland."

Nun gilt die Deutsche Telekom nicht gerade als Inkarnation des Altruismus: Also steckt hinter der vermeintlichen Freigiebigkeit selbstverständlich ein Geschäftszweck: Die Telekom setzt darauf, dass die Nutzer auf die Programme nicht mehr verzichten wollen und später für neue Funktionen bezahlen - eine in der Branche übliche Strategie.

Das Paket umfasst ein Antivirenprogramm der schwäbischen Firma Avira, Software für den sicheren Internet-Zugang (VPN) von Steganos, Speicherplatz in Rechenzentren der Telekom-Tochter Strato sowie eine Verschlüsselungslösung des Unternehmens Secomba. Das Angebot stehe auch Nicht-Telekom-Kunden offen, betonte Clemens.

"Industrie 4.0" - Telekom kooperiert mit SAP

Zudem stellte die Telekom auf der Cebit eine neue Lösung für die Verkehrssteuerung vor. Dafür werden erstmals Telekom-Mobilfunkdaten erfasst und den Nürnberger Nahverkehrsbetrieben anonymisiert zur Verfügung gestellt. Kunden, die daran nicht teilnehmen wollen, können sich ausklinken.

Darüber hinaus will der Konzern technische Standards für die aufkommende Vernetzung von Elektronik und Maschinen mit dem Internet setzen. Um bei den neuen Technologien, die unter dem Namen "Industrie 4.0" zusammengefasst sind, ein Vorreiterrolle einzunehmen, sei eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Software-Riesen SAP besiegelt worden.

rei mit Material von Reuters
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