Donnerstag, 25. April 2019

Flatrate-Alternative Telekom setzt auf günstige Drossel-Tarife

Datensauger im Visier: Die Telekom will mehr Volumentarife anbieten

Mit der Datendrossel durch die Hintertür ist die deutsche Telekom vor Gericht gescheitert - nun will sie Tarife mit Geschwindigkeitslimit als günstigere Alternative zur Flatrate anpreisen. So will der Konzern verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen will das Gerichtsverbot der umstrittenen Datenbremse für DSL-Nutzer mit neuen Tarifen umgehen. Der Konzern werde neue Angebote schnüren, bei denen die DSL-Kunden zwischen Pauschalpreisen für die Internetnutzung oder Volumentarifen wählen könnten, sagte Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme am Montag.

Mit dem Schritt wolle der größte Internet-Anbieter des Landes seine Tarife übersichtlicher machen. "Wir wollen verlorenes Kundenvertrauen zurückgewinnen."

Vor einem Monat hatte das Landgericht Köln dem Konzern verboten, die Surfgeschwindigkeit bei Internet-Pausschaltarifen - den sogenannten Flatrates - nach Überschreiten einer bestimmten Menge an übertragenen Daten zu drosseln. Mit dem Urteil gab das Gericht einer Klage der Verbraucherzentrale NRW statt.

Heftige Kritik ließ Telekom einlenken

Die Telekom hatte sich damals vorbehalten, in Berufung zu gehen. Davon ist nun nicht mehr die Rede. Das Unternehmen werde gegen das Urteil nicht juristisch vorgehen, hieß es.

Die Bonner hatten im April angekündigt, ab 2016 die Geschwindigkeit von Internet-Pauschaltarifen auf bis zu zwei MBit/s zu drosseln, wenn eine bestimmte Datenmenge verbraucht wurde. Dies betrifft etwa Kunden, die sich aus dem Netz viele Filme herunterladen.

Der Schritt der Telekom hat Gewicht, da das Unternehmen gut zwölf Millionen DSL-Kunden zählt. Die Pläne hatten heftige Kritik aus den Reihen der Politik und von Verbraucherschützern hervorgerufen.

nis/rtr

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