Samstag, 21. September 2019

Neues Sparprogramm Telefónica will in Spanien 5000 Stellen streichen

Telefónica will in Spanien bis zu 5000 Stellen abbauen

Der Mobilfunkkonzern und Netzbetreiber Telefónica, der in Deutschland mit den Marken O2 und E-Plus unterwegs ist, will in Spanien bis zu 5000 Jobs streichen. Das entspricht rund 20 Prozent der Mitarbeiter, die der Konzern in dem Land beschäftigt. Der Stellenabbau soll in erster Linie auf freiwilliger Basis und über Vorruhestandsregelungen erfolgen, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider.

Die Telefongesellschaft und die Gewerkschaften hätten einen so genannten "Anreizrentenplan" für Arbeitnehmer über 53 Jahre diskutiert, heißt es in dem Bericht. Offiziell wolle das Unternehmen den Gewerkschaften am Mittwoch einen entsprechenden Abbauplan unterbreiten, den der Vorstand noch am heutigen Dienstag absegnen wolle.

Im Zuge des Vorstandstreffens wollten die Manager weitere Optionen diskutieren, um den schwachen Aktienkurs wieder nach oben zu bringen. Ein Sprecher von Telefonica wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Der Mobilfunkkonzern hat in den vergangenen zehn Jahren immer wieder Vorruhestandsregelungen genutzt, um Personal und Kosten zu reduzieren. Zuletzt war dies im Jahr 2016 der Fall, als Telefónica dafür eine Belastung von 2,9 Milliarden Euro in Kauf nahm. Ende 2018 beschäftigte Telefónica nach eigenen Angaben weltweit rund 120.000 Mitarbeiter.

Laut Bloomberg will Telefónica verbleibende Mitarbeiter verstärkt schulen, um sie im Umgang mit neuen Technologien vertraut zu machen, die beim Internet der Dinge und Big Data benötigt werden.

Sukzessiver Stellenabbau auch in Deutschland

Telefónica Deutschland hatte vor wenigen Wochen angekündigt, seine vor drei Jahren an den Start gegangene zukunftsorientierte Tochter "Next" abzuwickeln. Ein Teil der rund 100 Beschäftigten, die neue Geschäftsmodelle rund ums Thema Datenanalyse (Big Data) und Internet der Dinge entwickeln sollten, würden von Telefonica Deutschland übernommen, hieß es in Berichten.

Insider mutmaßten dabei, der spanische Mutterkonzern könnte die deutsche Tochter zur Abwicklung von Next gedrängt haben, weil die Spanier eine eigene Plattform für das Internet der Dinge entwickelten. Zudem hatte Telefonica Deutschland im Mai angekündigt seine Standorte in Köln, Frankfurt und Hannover mit gut 250 Mitarbeitern zu schließen.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi hat Telefonica Deutschland seit der Übernahme von E-Plus hierzulande mehr als 1600 Stellen gestrichen. Ende vergangenen Jahres beschäftigte die deutsche Tochter laut Geschäftsbericht noch 8868 Mitarbeiter.

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