Donnerstag, 5. Dezember 2019

Technologie-Trends Buzzwords im Check: Was ist 2018 besser geworden?

5. Teil: Elektromobilität - Zweifel am Ökosiegel

Tesla-Chef Elon Musk

Das Versprechen: Kein CO2, kein Stickoxid, kein Feinstaub - einfach gar kein Abgas. Elektroautos sind das Symbol für eine saubere Zukunft der Mobilität. Und dass ihnen die Zukunft gehört, zweifelt in der Branche kaum noch jemand an.

Die Realität: Das Ziel einer Million neu zugelassener Elektroautos wird 2018 wohl erreicht - in China. In Deutschland ist die Zahl trotz bereitstehender Subventionsmilliarden nur fünfstellig. Die Technik ist schon zehn Jahre marktreif, bleibt vorerst aber ein Nischenprodukt. Gründe für die schwache Nachfrage gibt es viele: den höheren Kaufpreis, die Angst vor der schwachen Reichweite, den Mangel an Ladestationen, die geringe Modellauswahl, die alten Gewohnheiten.

Doch selbst wenn sich die Kunden überzeugen lassen, bleibt der Zweifel, ob der bloße Wechsel zum Elektroantrieb schon für nachhaltige Fortbewegung sorgt. Wenn der Strom wie im deutschen Netz überwiegend aus Kohleverbrennung kommt, wenn die Fertigung der Batterien oder überhaupt der größere Energieaufwand der Produktion gegenüber Verbrennern berücksichtigt wird, der Energieaufwand beim Bewegen der schweren Batterien (die dann auch noch in schwere SUV-Karossen verpackt werden) ... dann kann die Ökobilanz schnell negativ geraten.

Die Verkehrsprobleme der Städte lassen sich mit Autos egal welchen Antriebs ohnehin nicht lösen - sie geben gute Statussymbole ab, aber keine effiziente Nutzung von Raum und Energie. Zum Glück gibt es dafür eine Lösung, sogar eine elektromobile, auch wenn sie von Visionären wie Tesla-Chef Elon Musk verachtet wird: die Bahn.

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