Dienstag, 10. Dezember 2019

Technologie-Trends Buzzwords im Check: Was ist 2018 besser geworden?

15. Teil: Ocean Plastic

Der 19-jährige Boyan Slat steht hinter dem Projekt "The Ocean Cleanup"

Das Versprechen: Ein unheimliches Ausmaß: Der Müllstrudel im pazifischen Ozean zwischen Hawaii und Kalifornien ist mittlerweile fünfmal so groß wie Deutschland. Und er ist nur eine der vielen Müllansammlungen, die in den Meeren wabern. Plastiktüten, -flaschen und -behälter weltweit machen die Ozeane für alle Lebewesen darin zur Gesundheitsgefahr. Nun haben einige Regierungen der Plastikvermüllung den Kampf angesagt. Die EU zum Beispiel verbietet künftig Strohhalme und Geschirr aus Plastik, verschiedene Einzelhändler nehmen Plastikgeschirr, -besteck und -tüten aus dem Sortiment. Hersteller springen auf die Welle auf und bieten vereinzelt Produkte, recycelt aus Plastikabfall.

Die Realität: Nach wie vor landet Müll in den Ozeanen. Stündlich sollen 675 Tonnen dazukommen, die Hälfte davon Plastik. Aus diesen Massen entstehen sogenannte Plastic Islands - Müllansammlungen zusammengetrieben von der Meeresströmung. Mit großer Hoffnung war vor einigen Wochen das viel beachtete Projekt "The Ocean Cleanup" gestartet, das die Inseln bekämpfen will. Doch die Anlage kann ihr Versprechen bisher nicht einlösen. Boyan Slat, der CEO von The Ocean Cleanup, und seine Kollegen arbeiten zwar unter Hochdruck daran, eine Lösung zu finden. Das große Problem, dass das abgefischte Plastik wieder ins Meer zurückgelangt, ist bislang jedoch nicht gelöst.

Wenig überzeugend wirken zudem die Marketing-trächtigen Aktionen von Unternehmen, Meeresmüll in neuen Produkten zu recyceln. Es ist kein schlechter Anfang, aber der Hauptteil des Mülls schwimmt weiterhin im Meer und nur ein kleiner Bruchteil gelangt überhaupt in den Recyclingkreislauf. Schließlich bleibt nur ein Ausweg aus der Misere: Plastikmüll generell vermeiden, zumindest aber erheblich reduzieren.

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