Sonntag, 15. Dezember 2019

Technologie-Trends Buzzwords im Check: Was ist 2018 besser geworden?

14. Teil: ICOs - Die Luft ist raus

Der russische Unternehmer Pavel Durov erzielte per ICO Milliarden für seine App Telegram
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Der russische Unternehmer Pavel Durov erzielte per ICO Milliarden für seine App Telegram

Das Versprechen: Ein Initial Coin Offering (ICO) ist eine unregulierte Form der Finanzierung. Unternehmen können sogenannte Token gegen die Zahlung von Kryptowährungen oder Geld ausgeben, ähnlich der Aktien bei einem Börsengang. Investoren setzen dann auf den Wertzugewinn dieses Token in der Zukunft. Mit einem ICO kann ein Start-up beispielsweise einer rigiden Prüfung durch Investoren entgehen. Der Gedanke ist, das Geldaufnehmen zu erleichtern und zu demokratisieren. Das soll Innovationen gerade in der Kryptobranche fördern und gleichzeitig viele (private) Investoren daran teilhaben lassen.

Die Realität: Tatsächlich sind Milliarden in ICOs geflossen. Doch während 2017 das Boom-Jahr für ICOs war, hat der Ruf der Finanzierungsform massiv gelitten - und ist mitsamt der Kurse der Kryptowährungen in den tiefsten Keller gerutscht. Nach und nach wurden immer mehr Betrugsfälle aufgedeckt. Auch in Deutschland gab es undurchsichtige Fälle wie der des Unternehmens Envion. Die ICO-Beratungsfirma Satis schätzte gar in einer Untersuchung vom Sommer 2018, dass sich rund 80 Prozent aller ICOs im Vorjahr als Schwindel herausgestellt hätten. ICOs sind also weit hinter ihrem idealistischen Geist zurückgeblieben.

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