Sonntag, 22. September 2019

USA und Asien dominieren Warum Europas High-Tech-Konzerne weltweit hinterherhinken

Abgehängtes Europa: Diese neun High-Tech-Segmente werden von Amerikanern und Asiaten dominiert
DPA

High-Tech-Konzerne aus den USA und Asien bestimmen nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch das weltweite Geschäft. Europas Technologiegrößen hinken laut einer A.T. Kearney-Studie stark hinterher. Neun Gründe für die Malaise - und was die Europäer ändern müssen.

Hamburg - Milliardenübernahmen und stolze Bewertungen: An der Börse werden globale Technologieunternehmen derzeit so hoch bewertet wie lange nicht. Davon profitieren allerdings vor allem die in den USA und Ostasien ansässigen Unternehmen. Europas High-Tech-Konzerne hinken hinterher, wie eine Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney zeigt.

Die Studie trägt den Titel "Rebooting Europe's High-Tech Industry" - frei übersetzt: Neustart für Europas High-Tech-Industrie. Eingeflossen sind Gespräche der Berater mit Führungskräften sowie die Jahresberichte der 100 größten Konzerne des Informations-, Technologie- und Kommunikations-Sektors. Diese Global Player brachten es 2012 auf Umsätze von insgesamt 1,67 Billionen Dollar.

In der Studie, die manager magazin online exklusiv vorliegt, unterteilen die Berater den Sektor in neun verschiedene Segmente. Das Ergebnis: Nur in fünf dieser Segmente schaffen es europäische Konzerne überhaupt ins globale Umsatz-Ranking. Nur in zweien schafft es ein europäischer Vertreter unter die Top 3.

Fusionsgespräche, wie sie derzeit der finnische Netzwerkausrüster Nokia Solutions Networks und der US-Wettbewerber Juniper Networks offenbar führen, haben vor diesem Hintergrund auch eine industriepolitische Dimension. "Ohne Konzerne wie NSN fehlen uns langfristig jene europäischen Spieler, die Märkte aus eigener Kraft konsolidieren können", sagt Studien-Mitautor Axel Freyberg.

Sollten Halbleiterkonzerne wie STMicroelectronics und Infineon Börsen-Chart zeigen oder Netzausrüster wie NSN und Alcatel-Lucent Börsen-Chart zeigen von der europäischen Bühne verschwinden, drohen seiner Ansicht nach volkswirtschaftliche Konsequenzen. "Geht das Know-how zum Beispiel der Chipindustrie verloren, so verlagern sich auch die Aktivitäten anderen Industrien verstärkt in andere Märkte."

Vor diesem Hintergrund benennt A. T. Kearney erstens jene neun Probleme, die Europa in die High-Tech-Misere gebracht haben und empfiehlt zweitens, wie dem entgegen gewirkt werden könnte. manager magazin online dokumentiert die wichtigsten Thesen:

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