Dienstag, 15. Oktober 2019

Researchgate-Gründer Madisch "Man muss den Leuten die Vision zeigen"

Forscherin in Barcelona: Das Wissenschaftsnetzwerk Researchgate will Forscher international besser verknüpfen

Bill Gates ist mit einer Millionensumme investiert, drei Millionen Forscher nutzen es. Geht es nach den Machern, wird das Wissenschaftsnetzwerk Researchgate die Forschung revolutionieren. Gründer Ijad Madisch über deutsche Mentalitätsprobleme, den Standort Berlin und das nächste große Ding.

mm: Herr Madisch, Facebook Börsen-Chart zeigen und LinkedIn Börsen-Chart zeigen kennt in Deutschland mittlerweile jeder. Bei Researchgate ist das noch anders. Wie unterscheidet sich Reseachgate von anderen sozialen Netzwerken?

Madisch: Researchgate ist ein soziales Netzwerk für Wissenschaftler, um Forschung schneller und besser zu machen. Dabei hat man sein eigenes Profil, in dem man seine wissenschaftlichen Publikationen und die Daten, die man kreiert hat, hochladen und mit anderen Forschern teilen kann - und dadurch dann andere Forscher finden kann, die einem bei Problemlösungen helfen können. An den Start gegangen sind wir Mitte 2008. Mittlerweile haben wir mehr als 3 Millionen Nutzer - fast die Hälfte aller Forscher weltweit.

mm: Gegründet haben sie das Portal in den USA, wo sie hingezogen sind, nachdem ihr deutscher Professor Ihnen zuvor gesagt hatte, das mit dem Portal für Wissenschaftler sei eine Schnapsidee. Dann sind sie aber zurückgekehrt nach Deutschland. Für ein Start-up heutzutage ist das doch eher untypisch. Wieso sind Sie nach Berlin gegangen?

Madisch: Das stimmt schon, es ist ungewöhnlich. Aber ich wollte nach Deutschland zurück. und wusste, dass Deutschland ein guter Ort ist, um das hier aufzubauen. Berlin war als Ökosystem schon ganz gut präpariert. Es gab eine ganze Reihe Copycats, was auch immer man davon halten mag. Und es gab StudiVZ, die aktivste Seite, die Deutschland je hatte

Immer nur zu sagen: Es ist so schwer, ich gehe lieber nach San Francisco, das bringt nichts. In San Franciso gibt es andere Probleme. Da befindet man sich im Wettbewerb um Talente mit Facebook, Google Börsen-Chart zeigen und Apple Börsen-Chart zeigen . Wenn Deutschland tatsächlich so schlimm ist, muss man zurückkommen und das ändern. Es gibt hier viele Leute, die die Fähigkeiten haben, eine Super-Startup aufzubauen. Und die sind hungrig nach Erfolg.

mm: Sie sind nach eigenen Worten mit dem Ziel angetreten, die Welt zu verbessern. Nicht gerade bescheiden - und nicht wirklich typisch für einen deutschen Unternehmer.

Madisch: Ein Freund von mir hat mal gesagt, es sei auffällig, dass in Deutschland die Gründer fast alle Geschäftsleute sind, die oft an bekannten Unis studiert haben. In den USA kommen viele aus der Industrie oder aus dem normalen Leben, wo sie ein Problem identifiziert haben, das sie lösen wollen.

mm: Und bei ihnen ist das auch so?

Madisch: Was wir hier aufbauen, soll zu mehr dienen als nur dazu, Geld zu verdienen. Wir beeinflussen die Art, wie Forscher arbeiten, wie wissenschaftliche Durchbrüche erzeugt werden, wir wollen Denkanstöße liefern. Geldverdienen ist ok, man muss ja auch leben. Aber etwas Nachhaltiges zu schaffen ist meiner Ansicht nach das höhere Gut. Aber vielleicht verändert sich mit Researchgate die Mentalität in diese Richtung.

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