Montag, 14. Oktober 2019

Musik-Streamingdienst Spotify will wohl in New York an die Börse

Über einen Börsengang wird schon lange spekuliert, aber jetzt will Spotify den Sprung aufs New Yorker Börsenparkett mit einer Direktplatzierung schaffen

Der Musik-Streamingdienst Spotify hat den mit Spannung erwarteten Börsengang jetzt offenbar auf den Weg gebracht. Die Anteilsscheine sollen im ersten Halbjahr direkt an der New Yorker Börse platziert werden, heißt es in verschiedenen Berichten.

Der weltgrößte Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Die in Schweden beheimatete Firma habe vor dem Jahreswechsel einen vertraulichen Antrag für eine Aktienplatzierung in den USA eingereicht, berichteten unter anderem die Website "Axios", die "Financial Times" und das "Wall Street Journal". Spotify kommentierte die Berichte am Mittwochabend nicht, wollte sie aber auch nicht dementieren.

Spotify wolle zum Ende des ersten Halbjahres an der Börse starten, schrieben die "Financial Times" und das "Wall Street Journal". Wie bereits berichtet, wolle der Musikdienst dabei den ungewöhnlichen Weg einer Direktplatzierung gehen. Die Aktien würden ohne das übliche Preisbildungsverfahren direkt an der New Yorker Börse registriert. Damit kämen die Anteilsscheine einfach in den Handel - ohne dass Spotify dabei frisches Geld hereinholt oder Banken für die Platzierung neuer Aktien engagiert.

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Das Unternehmen ist die Nummer eins im Geschäft mit Musik-Streaming, bei dem die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt. Spotify konkurriert mit Angeboten von Amazon und Apple sowie dem deutschen Dienst Soundcloud und Deezer aus Frankreich.

Das 2006 gegründete Unternehmen war zuletzt kräftig gewachsen und wird inzwischen mit mindestens 19 Milliarden Dollar bewertet. Über einen Börsengang der Firma wurde bereits seit längerer Zeit spekuliert.

Ein Hindernis könnte allerdings die Ende Dezember eingereichte Klage eines Musikverlags werden, der mindestens 1,6 Milliarden Dollar an Zahlungen für Songautoren erstreiten will. Der Verlag Wixen Music Publishing, der Lizenzen an Songs wie "Free Fallin'" von Tom Petty und "Light My Fire" von The Doors besitzt, wirft Spotify in der Klage vor, Tausende Lieder unerlaubt verwendet zu haben.

Rei/Reuters/dpa

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