Sonntag, 21. April 2019

SPOAC Sportbusiness-Studie Verstehen Sie die "Digital Millennials"?

Die SPOAC Sportbusiness-Studie zeigt die wichtigsten Trends im Sportbusiness in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Eine Kernaussage: Die "Digital Millennials" sind anders, als viele denken.

Wie geht die Sportbusiness-Branche mit neuen Technologien um? Wie sieht die praktische Umsetzung von digitalen Wachstumsanstrengungen im Sportbusiness derzeit aus? Bieten etablierte Organisationsstrukturen und Entscheidungsprozesse die notwendigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches digitales Wachstum in der DACH-Region? Und wie werden "Digital Millennials" angesprochen, rekrutiert und entwickelt?

All diese Schlüsselfragen werden mit der diesjährigen SPOAC Sportbusiness-Studie beantwortet. Das Ziel: den Entscheidern der Branche neben einer aktuellen Bestandsaufnahme konkrete Empfehlungen an die Hand geben, um sich den künftigen Herausforderungen der digitalen Transformation zu stellen.

Die Studie fasst dabei zum einen die wesentlichen Ergebnisse aus der Befragung von 300 Kapitalgebern, Führungskräften und Mitarbeitern der Sportbusiness-Branche zusammen. Zum zweiten schließt sie auch erste Ergebnisse einer ebenfalls durchgeführten repräsentativen Befragung von 1155 "Millennials" in der DACH-Region mit ein (siehe Grafik "SPOAC Sportbusiness-Studie 2017"). Zunächst zu den drei Kernergebnissen der Studie:

1. Die Führungskräfte im Sportbusiness sind weiterhin optimistisch gestimmt, aber erste Signale sinkender Wachstumsdynamik müssen im Auge behalten werden.

SPOAC Sportbusiness-Studie 2017
SPOAC
Die Autoren der Studie:

Sascha L. Schmidt, Seniorprofessor, Lehrstuhlinhaber und Leiter des Center for Sports and Management der WHU – Otto Beisheim School of Management; Akademischer Leiter der SPOAC

Felix Krause, Doktorand am Center for Sports and Management der WHU – Otto Beisheim School of Management

Hier die ganze Studie herunterladen

Die entscheidenden Köpfe der Branche gehen der SPOAC Sportbusiness-Studie zufolge auch in diesem Jahr wieder von Wachstum in allen wesentlichen Umsatzkategorien aus. Die Entwicklung der Medienumsätze wird weiterhin insgesamt am positivsten eingeschätzt. Nicht zuletzt aufgrund neuer Internet-Streaming-Angebote wie Dazn wird in den digitalen Medien der größte Umsatztreiber gesehen. Die Einschätzung zur Entwicklung der kommerziellen Umsätze von Profisportclubs mit ihren Subkategorien Sponsoring und Merchandising fällt ebenfalls positiver als im Vorjahr aus. Dagegen werden sich die Spieltagsumsätze über beispielsweise Catering in den kommenden fünf Jahren wohl weniger positiv entwickeln als im Vorjahr.

Zwar fällt auch die Einschätzung zur Umsatzentwicklung in der Subkategorie Hospitality insgesamt positiver aus als im Vorjahr. Doch eine Steigerung der Ticketing-Umsätze auf das Niveau englischer oder spanischer Clubs erscheint für die DACH-Region weiterhin unrealistisch. Grund hierfür sind zum Beispiel begrenzte Stadionkapazitäten vor allem in Deutschland - die bei der bereits hohen Auslastung kaum Wachstumsphantasien im Ticketing zulassen.

Umso mehr sollten jetzt, gemeinsam mit der Führungsriege von morgen, neue internationale und digitale Wachstumsfelder erschlossen werden. Denn nur so kann rechtzeitig auf die Vorboten eines potenziell schwächer ausfallenden Wachstums reagiert werden.

2. Die strategische Bedeutung des digitalen Wachstums ist verstanden - Wachstumsführer nutzen neue Technologien, um gleichzeitig bestehende Geschäftsfelder zu optimieren und neue zu erschließen.

Als erfolgskritisch für digitales Wachstum wird von den Branchenvertretern der Umgang mit neuen Technologien wie Cloud-Computing, integrierten Software-Lösungen und Augmented oder Virtual Reality eingeschätzt. Dabei ist eine "Beidhändigkeit" aus der gleichzeitigen Optimierung bestehender sowie der Erschließung neuer Geschäftsfelder entscheidend. Allerdings hinkt - trotz einer intern erkannten hohen Relevanz dieser Themen - die wahrgenommene Umsetzung in der eigenen Organisation bei den befragten Unternehmen deutlich hinterher. Unterteilt man die befragten Organisationen nach individueller Wachstumsdynamik, so wird vor allem eine Aussage bestätigt: Es sind vor allem die überdurchschnittlich wachsenden Firmen der Branche, die durch eine klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten und brancheninternes sowie externes Benchmarking die notwendigen Voraussetzungen für "Beidhändigkeit" beim digitalen Wachstum schaffen.

Der Sponsors Business Summit ist Europas größter Kongress zum Thema Sportbusiness. Am 30. und 31. Januar treffen sich rund 120 Referenten und mehr als 2000 Teilnehmer in Düsseldorf, um über die Zukunft des Sportbusiness zu diskutieren. manager magazin ist Medienpartner.

Die weniger wachsenden Organisationen versäumen es hingegen derzeit - mit den oftmals limitierten Ressourcen als hemmendem Faktor -, Anreize zu schaffen, um eine gezielte Umsetzung des digitalen Wachstums "beidhändig" zu ermöglichen.

Bei den unterdurchschnittlich wachsenden Organisationen fehlt eine solche Beidhändigkeit deshalb, weil sie sich von der Vielzahl der Herausforderungen schlicht überfordert fühlen. Und dadurch vernachlässigen sie besonders die notwendige Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Die SPOAC Sportbusiness-Studie kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass die aktuell bestehenden Organisationsstrukturen verstärkt auf den Prüfstand gestellt werden müssen. Nur so können Unternehmen neben der effizienten Abwicklung und kontinuierlichen Weiterentwicklung ihres Stammgeschäfts neue digitale Wachstumspotenziale effektiv erschließen.

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