Freitag, 15. November 2019

Clouds Rechner im Rechner rechnen sich

Der Trend zu virtuellen Maschinen ist in vielen deutschen Unternehmen bereits angekommen

Mit virtuellen Maschinen sparen Unternehmen Hardware ein und senken ihre Kosten - schließlich können mehrere Maschinen auf einem Server laufen. Laut einer Studie geht es den Cloud-Kunden aber vor allem um ein Ziel: Flexibilität.

Viele Mitarbeiter haben das schon erlebt: Die Fachabteilung will eine neue Anwendungssoftware für ein anstehendes Projekt anschaffen. Und sie soll möglichst schnell einsatzbereit sein, der Kunde will schließlich nicht warten. Früher musste die IT-Abteilung in solchen Fällen neue Rechner samt passendem Betriebssystem und Datenbank anschaffen.

Bis die Software schließlich einsatzbereit war, vergingen meist mehrere Wochen. Mittlerweile haben viele IT-Abteilungen in ihrem Unternehmensnetzwerk ein Portal eingerichtet, über das sich Mitarbeiter gängige Anwendungen als komplettes Paket, als eine sogenannte virtuelle Maschine, samt Betriebssystem und Datenbank auf den eigenen Rechner oder den Firmenserver laden können. Im Optimalfall können die Kollegen aus der Fachabteilung bereits nach wenigen Minuten mit der benötigten Software arbeiten.

Der Trend zu virtuellen Maschinen ist in vielen deutschen Unternehmen bereits angekommen: Mehr als ein Viertel der Firmen nutzt sie bereits, rund die Hälfte aller Unternehmen führt die Technik gerade ein oder plant dies zumindest, belegt eine aktuelle Studie der IT-Unternehmensberatung IDC. "Unternehmen können mit virtuellen Maschinen deutlich flexibler als früher agieren und gleichzeitig spürbar ihre Kosten senken", sagt IDC-Berater Andreas Olah.

Virtualisierung von Servern bringt viele Vorteile

Technisch basieren virtuelle Maschinen auf einer Software, die sich als Schicht zwischen die Hardware und die Anwendungsprogramme eines Computers schiebt. Auf einem Rechner läuft dann das Betriebssystem und zudem die virtuellen Maschinen, die jeweils aus einem eigenen Betriebssystem plus gewünschten Anwendungsprogrammen und Datenbanken bestehen.

In der Praxis hat diese Technik eine Reihe von Vorteilen: Unternehmen können zum Beispiel neue Programme gefahrlos testen. Wenn die Software nichts taugt, stürzt im schlimmsten Fall die virtuelle Maschine samt virtuellem Betriebssystem ab. Der Rechner selbst aber läuft problemlos weiter. Zudem kann der Nutzer in den meisten Fällen per Maus-Klick die komplette virtuelle Maschine kopieren und sichern und das System bei Problemen leicht wiederherstellen.

Besondere Bedeutung kommt der Virtualisierung von Servern zu. Die Hardware der heute gängigen Modelle ist extrem leistungsfähig, allerdings können die Rechner bauartbedingt nur ein Betriebssystem ausführen. Unternehmen nutzen aber üblicherweise diverse Anwendungen, die auf verschiedenen Betriebssystemen laufen, und benötigen damit entsprechend mehrere Server.

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