Mittwoch, 17. Juli 2019

Wo die meisten Spam-Mails herkommen Von nigerianischen Prinzen keine Spur

"I am Dr. Bakare Tunde, the Cousin of Nigerian Astronaut, Air Force Major Abacha Tunde."

So oder so ähnlich beginnt die typische "Nigerianischer-Prinz"-Masche: Ein angeblicher Verwandter oder Vertrauter einer gerade indisponierten Persönlichkeit aus einem exotischen Land (der namensgebende "nigerianische Prinz" zum Beispiel) meldet sich per E-Mail mit einer delikaten Bitte. Wegen der Indisponiertheit der hochgestellten Persönlichkeit könne gerade nicht auf ihr beträchtliches Vermögen zugegriffen werden - im Falle von Astronaut Abacha Tunde etwa, weil der seit 14 Jahren auf einer alten sowjetischen Raumstation im Erdorbit festsitze.

Die Indisponiertheit mache aber gar nichts, sei vielmehr ein Glücksfall für den Empfänger der Mail, schließlich könne dieser mit einer kleinen Spende dabei helfen, das Vermögen wieder zugänglich zu machen. Für potenzielle Unterstützer Abacha Tundes heiße das: Den guten Major endlich aus dem postsowjetischen Weltraumexil abholen und einen Teil seiner bislang ausgebliebenen beträchtlichen Lohnzahlungen einstreichen.

Offensichtlich gefälschte Geschichten wie die Abacha Tundes haben die Betrugsmasche zum Synonym für Gaunereien im Internet gemacht. Wie die Grafik von Statista zeigt, fehlt in den häufigsten Herkunftsländern von Spam-Mails weltweit allerdings jede Spur. Hier steht China mit über 11 Prozent an der Spitze, gefolgt von den USA und Deutschland. Die drei führenden Staaten machen mehr als ein Viertel der weltweiten Spam-E-Mails aus.

Dass Nigeria nicht im Ranking enthalten ist, mag allerdings auch historische Gründe haben: Abacha Tunde tauchte laut Medienberichten mindestens schon 2004 und seitdem immer wieder in elektronischen Postfächern auf. Der Major dreht seine Runden - ganz wie eine ausgemusterte sowjetische Weltraumstation im Orbit.

luk

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