Freitag, 6. Dezember 2019

Microsoft, Apple, Foxconn investieren Softbank legt zweiten Vision Fund auf

Softbank-Chef Masayoshi Son

Der japanische Tech-Konzern Softbank will mit einem zweiten Giga-Investmentfonds erneut dutzende Milliarden in Technologiefirmen pumpen. Am Freitag hat das Unternehmen die Einrichtung eines zweiten "Vision Fund" bekanntgegeben. Softbank selber werde 38 Milliarden Dollar in das Projekt stecken, hieß es in einer Mitteilung; dank Zusagen weiterer Unternehmen wie Microsoft werde sich das Gesamtvolumen des Fonds auf 108 Milliarden Dollar belaufen.

"Ziel des Fonds ist die fortgesetzte Beschleunigung der KI-Revolution durch Investments in marktführende Wachstumsunternehmen", teilte Softbank mit. Weitere Angaben zu potenziellen Investmentzielen machte das Unternehmen allerdings noch nicht.

Mit seinem ersten Giga-Fonds hatte Softbank-CEO Masayoshi Son unter anderem in den Fahrdienst Uber oder WeWork, einen Anbieter von Co-Working-Spaces, investiert, zudem in die Berliner Start-ups Getyourguide und Auto1. Wie brutal der Fonds seine riesigen Cash-Reserven in den Markt drückt, erklärt mm-Redakteur Jonas Rest im Video:

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Bild: Jeenah Moon / Bloomberg

Während der erste Fonds hauptsächlich mit Ölmilliarden aus dem Nahen Osten befüllt worden war, sehen Beobachter nun eine Diversifikation der Investoren: Verschiedene japanische Banken schießen Geld zu, Standard Chartered und der Investmentarm der National Bank of Kazakhstan investieren ebenfalls. Auch Apple und sein Fertiger Foxconn, die bereits in den ersten Fonds investiert hatten, sollen dabei sein.

Verschiedene vom Vision Fund finanzierte Start-ups hätten es zuletzt geschafft, ihre Rivalen aus den jeweiligen Märkten zu drängen, sagte ein von der Nachrichtenagentur Reuters befragter Investor aus Hong Kong - "vor allem wegen - und ausschließlich nach - ihren Investments von Softbank."

Vor zwei Jahren, als der erste Vision Fund aufgelegt worden sei, habe man ausschließlich in eine Vision investiert, sagte ein Analyst zu Reuters. Mittlerweile habe sich das Konzept als erfolgversprechend herausgestellt, der neue Fonds sei entsprechend mit "substanziell weniger Risiko behaftet".

luk mit Reuters

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