Dienstag, 21. Mai 2019

Verlust verringert Snapchat stoppt Nutzerexodus - Aktie schießt hoch

Foto-App von Snap: 186 Millionen Menschen nutzen sie täglich - und damit immer noch viel weniger als das Konkurrenz-Produkt Instaragram von Facebook

Snapchat galt einst als großer Herausforderer von Facebook. Doch inzwischen sind die Anleger schon mit wenig zufrieden. Die Aktie sprang um 20 Prozent hoch, denn die Nutzerzahl sank mal nicht. Und der Verlust betrug "nur" rund 192 Millionen Dollar.

Die Foto-App Snapchat hat ihren Nutzerschwund nach zwei Quartalen gestoppt. In den drei Monaten bis Ende Dezember kamen täglich 186 Millionen Nutzer - damit blieb die Zahl unverändert im Vergleich zum vorherigen Vierteljahr. Die Anleger reagierten euphorisch: Die Aktie des Snapchat-Betreibers sprang im nachbörslichen Handel um rund ein Fünftel hoch. Allerdings steckte der Kurs auch ziemlich im Keller.

Snap gelang es im vergangenen Quartal besser, die Nutzerzahlen in Werbeerlöse umzumünzen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um mehr als ein Drittel auf 389,8 Millionen Dollar (341,8 Millionen Euro), wie der Mutterkonzern Snap nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte.

Zugleich wurde der Quartalsverlust um 45 Prozent auf 191,7 Millionen Dollar verringert. Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen der Wall Street klar. Die Aktie sprang auf rund 8,50 Dollar hoch - damit ist sie allerdings noch weit von dem Ausgabepreis von 17 Dollar beim Börsengang im Frühjahr 2017 entfernt.

Snapchat kämpft gegen Facebooks Instagram

Snapchat macht die scharfe Konkurrenz durch Facebooks Foto-Dienst Instagram schwer zu schaffen. Snap reagierte im vergangenen Jahr unter anderem mit einer Umgestaltung der App. Das neue Design sollte sie vereinfachen und auch für ältere Leute attraktiver machen. Doch es kam bei eingefleischten Snapchat-Nutzern nicht gut an und musste nachkorrigiert werden.

Snapchat wurde einst als eine Plattform gehandelt, die Facebook gefährlich werden könnte. Der Dienst mit den sich selbst auflösenden Fotos war vor allem bei jungen Nutzern populär. Doch Facebook-Chef Mark Zuckerberg gelang es, dem Herausforderer den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dazu trug unter anderem bei, dass Facebook und Instagram die beliebte Snapchat-Funktion "Stories" kopierten, bei der Nutzer Fotos und Videos für einen Tag mit ihren Freunden teilen können. Instagram hat nach jüngsten Facebook-Angaben 500 Millionen "Stories"-Nutzer täglich.

Außerdem werde schrittweise eine neue Version der Snap-App für Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android herausgebracht. Das war eine Schwachstelle für Snapchat: Schlechte Quartalszahlen wurden schon häufiger auch auf Probleme mit der bisherigen Android-App zurückgeführt.

rei/dpa

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