Donnerstag, 19. September 2019

Smartwatch Apples Uhr mit Goldpreis

Verschiedene Modelle: Die Apple Watch soll es in drei verschiedenen Varianten und mit vielen verschiedenen Armbändern geben
SPIEGEL ONLINE
Verschiedene Modelle: Die Apple Watch soll es in drei verschiedenen Varianten und mit vielen verschiedenen Armbändern geben

Als Apple eine eigene Uhr vorstellte, nannte Apple-Chef Tim Cook nur den Preis für die günstigste Version. Die für die anderen Modelle wären dem ersten euphorischen Hype wohl kaum zuträglich gewesen.

Hamburg - John Gruber ist einer der bekanntesten Apple-Blogger. Er befasst sich fast ausschließlich mit dem iPhone-Hersteller. Mal lobt er den Konzern (eher öfter), mal benennt er Fehler (eher seltener). Apple Börsen-Chart zeigen nimmt ihn so wichtig, dass er zu den wenigen auserwählten Berichterstattern zählt, den Vorstände auch schon mal persönlich einladen, um ihm ein Produkt zu zeigen.

So war das etwa Anfang 2012. Nach dem Tod von Gründer Steve Jobs hatte Apple-Chef Tim Cook für einige Journalisten und Blogger die Türe einen Spalt geöffnet. John Gruber gehörte dazu. Er wurde in einen Club aufgenommen, der bei Apple genauer hinsehen darf. 2011 empfing ihn Marketing-Vorstand Phil Schiller, der dem früheren Softwareentwickler damals das neueste Betriebssystem vorführte.

Wenn John Gruber in seinem Blog Gedanken, Beobachtungen oder auch Witze aufschreibt, dann hört die Techbranche eben genauer hin. Von der Vorstandsebene bis zum normalen Apple-Mitarbeiter reicht Grubers Kontaktliste. Als er früh darüber witzelte, dass das nächste iPhone 6 die drahtlose Übertragungstechnik NFC habe und man damit künftig in Geschäften bezahlen könne, war das eigentlich kein Witz, sondern purer Ernst. Das neue Modell verfügt nämlich tatsächlich über NFC-Technik über die man auch in Geschäften bezahlen kann. Später machte er erneut einen "Witz". Es wäre doch logisch, wenn die Uhr das auch könne, schrieb er. Auch das ist eingetreten.

Nun schrieb Gruber in seinem Blog "Daring Fireball", dass die teuren Uhrenmodelle von Apple nicht nur ein Premiumprodukt werden, sondern angesichts der möglichen Preise wahre Luxusgüter. Dass Apple am Tag der Präsentation nur den niedrigsten Preis für das Einstiegsmodell nannte, nämlich 349 Dollar, das war verdächtig. Der Konzern wollte wohl nicht schockieren und stattdessen die Euphorie auskosten.

Gruber spekulierte nun über die Preise der teureren Modelle. Für das Edelstahlmodell mit Saphirglas tippte er auf einen Preis von 999 Dollar, für die 18-Karat-Gold-Variante mit Saphirglas schätzte er einen Preis von 4999 Dollar. Viele würde sagen, er mache Witze, aber er meine das absolut ernst, schreibt Gruber. Er habe sogar gewettet, dass das teuerste Modell in Gold 9999 Dollar kosten werde. Das passende Armband könne schließlich auch sehr teuer sein.

Er verglich Apples Golduhr mit den Preisen anderer Hersteller im Luxussegment, die ähnliche Materialien verwendet hätten. Die werthaltigeren Uhren könnten also nur in eine sehr teure Preiskategorie fallen. Apple würde es mit Uhrenunternehmen aufnehmen wollen, die Uhren zwischen 100 Dollar, 10.000 Dollar und mehr anbietet. Die Schweizer Uhrenbranche zeigte sich allerdings bislang gelassen bis überheblich. Ob Gruber richtig liegt, dass wird sich spätestens im ersten Quartal 2015 zeigen, wenn Apple mehr über die Uhr sagen wird und muss. Bislang lag der Blogger jedenfalls meistens richtig.

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung