Freitag, 28. Februar 2020

Cisco gegen Microsoft Skype-Urteil besiegelt Ciscos dreifache Niederlage

3. Teil: Gescheiterte Strategie im Privatkundengeschäft

Die Anwendungen großer Player wie etwa Google Börsen-Chart zeigen oder Apple Börsen-Chart zeigen treten hinzu. Kurzum, der Wettbewerb um die erfolgreichste integrierte Plattform für Kurznachrichten, Telefonie und Videokonferenzen findet nicht in Gerichtssälen statt, sondern auf den Smartphones, Tablets und Desktoprechnern von hunderten Millionen Menschen.

Eine jüngst veröffentlichte Analyse des Forrester-Analysten Philipp Karcher bringt das Potenzial auf den Punkt. Karcher beschreibt darin unter anderem die Situation, dass in Konzernen Videokonferenzsysteme auf 600 bis 1000 Dollar teuren mobilen Geräten jenen speziellen Systemen gegenüberstehen, die für 15.000 Dollar in Konferenzräume eingebaut würden. "Wenn 90 Prozent oder mehr der Konferenzräume nicht mit einer solch speziellen Videokonferenzanlage ausgerüstet sind, dann gibt es hier eine klare Marktlücke."

Auch Cisco ist dies nicht verborgen geblieben. Dennoch hat der Konzern über Jahre hinweg zumindest vermieden, das eigene, lukrative Geschäft mit neuen günstigeren Varianten der Videotelefonie zu kannibalisieren.

Ciscos dreifaches Scheitern

So hatte Cisco Börsen-Chart zeigen als Alternative zu Internettelefondiensten wie Skype zwar 2010 selbst einen Dienst namens "Umi" für Privatkunden an den Start gebracht. Die Nutzer verschmähten das Heimvideokonferenzsystem allerdings, weil der Konzern dessen Gebrauch an den Kauf von 600 Dollar teurer Hardware und ein monatliches Bezahl-Abonnement von 25 Dollar knüpfte. Das Ergebnis: Umi floppte und wurde im Januar 2012 beerdigt.

Gleiches gilt im Übrigen auch für Ciscos Plan B, im Videokonferenzgeschäft für Privatkunden Fuß zu fassen. So hatte sich die Investmentgesellschaft Silver Lake, seit 2009 Eigner von Skype, im Jahr 2011 mit mehreren Interessenten getroffen, um einen Verkauf zu verhandeln. Neben Microsoft Börsen-Chart zeigen, das am Ende für 8,5 Milliarden Dollar den Zuschlag für Skype erhielt, sollen auch andere Branchengrößen an dem Bietergefecht teilgenommen haben. Eine von ihnen: Cisco.

Mit dem Luxemburger Gerichtsurteil von diesem Mittwoch ist nun auch Plan C gescheitert, private Videokonferenzsysteme und ihren von Microsoft forcierten Einzug in die Firmennetzwerke zumindest einzudämmen. Über Ciscos Plan D darf ab heute spekuliert werden.

Dem Autor auf Twitter folgen: @KristianKlooss

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