Freitag, 21. Februar 2020

Cisco gegen Microsoft Skype-Urteil besiegelt Ciscos dreifache Niederlage

2. Teil: Ciscos Problem ist nicht Skype

Dahinter streiten sich unter anderen die klassischen Telefonanlagenhersteller um die Plätze. Darunter der US-Konzern Avaya Börsen-Chart zeigen, der französische Netzwerk- und Telekommunikationskonzern Alcatel-Lucent Börsen-Chart zeigen und Siemens Börsen-Chart zeigen. Wobei die Deutschen seit einigen Jahren nur noch 49 Prozent an ihrer einstigen Konzernsparte Siemens Enterprise Communications halten. Die anderen 51 Prozent liegen beim Finanzinvestor The Gores Group, der das Joint Venture zunächst durch Arbeitsplatzbau aufgehübscht und im Oktober dieses Jahres in Unify umgetauft hat.

Das eigentliche Problem für Cisco Börsen-Chart zeigen und die anderen auf integrierte Firmenkommunikation spezialisierten Unternehmen dürfte sich indes kaum in Gerichtsverfahren gegen einzelne Wettbewerber wie Microsoft Börsen-Chart zeigen lösen lassen. Denn das eigentliche Problem ist ein Trend, der die Diskussion um das Thema Bring-your-own-Device, also die Nutzung von privaten Smartphones und Tablets in Firmen, wie ein Schatten begleitet und sich mit dem Schlagwort "Bring-your-own-Service" zusammenfassen lässt.

Skype, Viber, Line & Co.

Bring-your-own-Service bedeutet, dass immer mehr Mitarbeiter in Firmen nicht auf ihre privaten Messaging-Dienste verzichten wollen. Skype ist da nur ein Programm unter vielen. Und doch steht es mustergültig für eine Entwicklung, die etablierte Spieler wie Cisco, IBM und Co. in ihrem bisherigen Terrain bedroht.

  • So hatten die beiden Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis nach der Gründung ihres Start-ups im August 2003 innerhalb von nur fünf Monaten knapp vier Millionen Nutzer von der Telefonie über das Datenkabel überzeugt - mittlerweile sind es 280 Millionen.
  • Der SMS-Versanddienst WhatsApp, seit 2009 am Markt, bringt es mittlerweile gar auf mehr als 350 Millionen Nutzer.
  • Der Skype-Konkurrent Viber, Ende 2010 gegründet, hat nur drei Jahre später weit mehr als 200 Millionen Nutzer.
  • Und der japanische, um Videotelefonie erweiterte WhatsApp-Konkurrent Line, 2011 gegründet, verfügt schon heute über mehr als 260 Millionen Nutzer - obwohl er erst im Oktober sein Deutschlanddebüt gegeben hat.

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