Montag, 14. Oktober 2019

Recommerce boomt Warum gebraucht plötzlich sexy ist

Secondhand ist in: Kleid aus der Kollektion des Weimarer Labels Vilde Svaner
picture alliance / dpa
Secondhand ist in: Kleid aus der Kollektion des Weimarer Labels Vilde Svaner

5. Teil: Warum Investoren im Preloved-Segment von Milliardenwachstum träumen

Ein Wachstumsmarkt ist die Neu-Bekleidungsbranche hierzulande nicht mehr. Der Anteil an den Haushaltsausgaben, die die Bundesbürger für Klamotten ausgeben, sinkt seit Jahren. Gaben die deutschen Privathaushalte bis 2012 noch 4,6 Prozemt ihrer Konsumausgaben für Bekleidung und Schuhe aus, ging der Wert in den Folgejahren kontinuierlich auf zuletzt 4 Prozent 2016 oder 108 Euro pro Monat zurück.

Anders sieht es im sogenannten "Preloved"-Segment aus, bei der Secondhand-Kleidung. Hier wittern Investoren einen Wachstumsmarkt, der Schätzungen zufolge von aktuell 18 Milliarden Dollar bis 2022 auf 41 Milliarden Dollar anziehen soll. So hofft es zumindest das US-Recommerce-Unterenehmen Thredup, das mit dem Resale-Report einen jährlichen Branchenreport herausgibt.

Jede dritte Frau in den USA - rund 44 Millionen - hat demnach im vergangenen Jahr bei Secondhand-Stücken zugeschlagen. 2016 waren es noch 35 Millionen, heißt es. Bis zu 40 Prozent eines Kleiderschrankes könnte bis 2022 aus so genannter Preloved-Fashion bestehen, schreibt das US-Branchenportal "Womens Wear Daily.

Zahlen die längst auch Investoren wie Goldman Sachs oder den Singapurischen Staatsfonds Temasek angelockt haben, die hohe Millionenbeträge in Start-ups wie Thredup oder Poshmark investiert haben.

Es sind es vor allem junge Leute, die sich immer stärker auch für edlere Vintage-Stücke interessieren. Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt können sie, indem sie gebrauchte Kleidung kaufen, ihren modischen Spielraum erweitern und modische Individualität zeigen. Und das ohne dafür den entsprechenden Neupreis zu bezahlen.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung