Dienstag, 12. November 2019

Recommerce boomt Warum gebraucht plötzlich sexy ist

Secondhand ist in: Kleid aus der Kollektion des Weimarer Labels Vilde Svaner
picture alliance / dpa
Secondhand ist in: Kleid aus der Kollektion des Weimarer Labels Vilde Svaner

4. Teil: ... und Zalando in die Schränke seiner Kunden schauen möchte

Auch Zalando streckt aktuell seine Fühler ins Recommerce-Geschäft aus. Im Mai startete der Modehändler seine App "Wardrobe" über die Nutzer ihre gebrauchte Kleidungsstücke an andere Nutzer oder Zalando selbst zurückverkaufen können. Entweder kann man seine Kleidung für einen Wunschpreis in einen Marktplatz auf der App einstellen oder zu einem Festpreis an Zalando verkaufen. Die Klamotten verkauft der Onlinehändler dann nach eigenen Angaben "über Online- sowie Offline-Kanäle in ganz Europa".

Wie auch bei Ikea dürfte es Zalando hier auch sehr stark um die Kundenbindung gehen - und darum, das Potenzial bei den Bestandskunden weiter auszuschöpfen. Denn neben der Möglichkeit, ausgemüsterte Schätze zu verkaufen, verfügt die App über eine Community-Funktion: Über diese können Nutzer in "öffentlichen" Schränken anderer Nutzer stöbern, eigene Styles zeigen. Und Zalando kann, maßgeschneidert auf den Stil des jeweiligen Kunden, passende Kleidungsstücke zum Kauf anbieten - also nicht nur noch mehr über die Präferenzen der Kunden lernen, sondern dieses Wissen auch zu Geld machen.

Wissen, das künftig sehr wichtig werden könnte. Denn auch wenn sich jeder Bundesbürger im Jahr im Durchschnitt 60 neue Kleidungsstücke kauft und Onlinehändler wie Zalando ihre Umsätze zuletzt deutlich steigern konnten.

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