Donnerstag, 19. September 2019

Recommerce boomt Warum gebraucht plötzlich sexy ist

Secondhand ist in: Kleid aus der Kollektion des Weimarer Labels Vilde Svaner
picture alliance / dpa
Secondhand ist in: Kleid aus der Kollektion des Weimarer Labels Vilde Svaner

2. Teil: Wo Billigkleidermassen schon Probleme machen

Ein Kleiderberg, der angesichts der schieren Masse und teils schlechten Qualität mittlerweile sogar Probleme bereitet. Weil die Altkleidernachfrage im Inland längst übererfüllt ist, viele Teile Experten zufolge schon nach einigen Waschungen nicht mehr tragbar sind und einige afrikanische Länder den Import von Altkleidern mittlerweile verbieten, "ertrinken" die Altkleiderhändler aktuell in Klamotten. Und denken mittlerweile sogar über Entsorgungsgebühren nach.

Für die noch gut erhaltenen, wertvollen Stücke ist indes - neben klassischen Altkleiderabnehmern wie dem Roten Kreuz oder Oxfam - ein stetig wachsender Markt im Internet entstanden.

Start-ups wie Rebelle, Kleiderkreisel, Mädchenflohmarkt oder die bereits 2004 gegründete deutsche Plattform Momox kaufen den Kunden entweder ihre gebrauchte Kleidung ab und verkaufen diese weiter. Oder ermöglichen ihnen über Marktplätze, ihre ausgemusterten Klamotten zu Verkauf anzubieten.

Größter Akteur in Deutschland ist hier das bereits 2004 gegründete Momox, das zunächst als Bücher-Ankaufsplattform gestartet war, sein Geschäft dann aber auf den deutlich lukrativeren Kleidungsmarkt ausgeweitet hat.

Die 1300 Mitarbeiter des Unternehmens sortieren jeden Monat bis zu einer viertel Million Artikel, die dann hauptsächlich auf eigenen Seiten wie medimops (Bücher) oder ubup.com (Mode) weiterverkauft werden. 25 Millionen Euro Umsatz machte Momox damit nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr alleine im Modesegment. Tendenz steigend. Alleine im laufenden Jahr hat das Wachstum laut Momox um mehr als 70 Prozent zugelegt.

Doch angesichts des Trends zu mehr Nachhaltigkeit - und des Bedürfnisses vieler Kunden, Überflüssiges wieder los zu werden, steigen immer mehr auch Große Konzerne in den Handel mit Altkleidern- oder -möbeln ein. Oder entwickeln Konzepte, wie Kunden einmal gekaufte Ware über das Unternehmen wiederweiterverkaufen können.

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