Übernahme Schneider Electric beäugt Invensys

In Großbritannien zeichnet sich eine Übernahme für vier Milliarden Euro ab. Der französische Elektrokonzern Schneider Electric interessiert sich für den Automatisierungsspezialisten Invensys. Seit dem Verkauf der Bahntechniksparte an Siemens gelten die Briten als Übernahmeziel.
Auf Wachstumskurs: Schneider-Chef Jean-Pascal Tricoire

Auf Wachstumskurs: Schneider-Chef Jean-Pascal Tricoire

Foto: REUTERS

Rueil-Malmaison - Der französische Elektrotechnikkonzern Schneider Electric will das britische Technologieunternehmen Invensys für rund 3,3 Milliarden Pfund (3,8 Milliarden Euro) übernehmen. Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium, bestätigte das französische Unternehmen am späten Donnerstagabend eine Erklärung der Briten. Eine Übernahme von Invensys stärke die Sparte Industrieautomation und führe zu Kostensenkungen. Eine Entscheidung über den Deal müsse nach britischem Recht bis zum 8. August fallen.

Invensys  erklärte, das Unternehmen werde wahrscheinlich eine Annahme des Angebots von 505 Pence pro Aktie empfehlen - dies wäre ein Aufschlag auf den Kurs vom Donnerstag von 15 Prozent. Schneider wolle 319 Pence pro Aktie in bar und 186 Pence in neuen Aktien bezahlen.

Mit diesem Vorpreschen versuche Invensys offenbar, andere mögliche Bieter aus der Reserve zu locken, so die Analysten der Großbank Société Générale. Früheren Medienberichten zufolge waren in der Vergangenheit auch andere Industriekonzerne an Invensys interessiert, darunter Emerson Electric, ABB , General Electric  und auch Siemens.

Invensys, entstanden 1999 aus der Fusion des früheren Reifenherstellers BTR und des Atemgeräteherstellers Siebe, stellt vor allem Kontrollelemente und Automatisierungssoftware her. Seit dem Verkauf seiner Bahntechniksparte an Siemens  für 2,2 Milliarden Euro gilt das Unternehmen mit seinen großen Barreserven als Übernahmeziel. Invensys hatte im Mai angekündigt, eine Ausschüttung von 625 Millionen Pfund an die Aktionäre zu planen.

Schneider Electric  ist mit einem Jahresumsatz von 24 Milliarden Euro einer der großen Elektrokonzerne und auch dank mehrerer Übernahmen in den vergangenen Jahren einer der führenden Anbieter von Automatisierungstechnik. Derzeit haben die Franzosen hier einen weltweiten Marktanteil von 4,2 Prozent, Branchenprimus Siemens kommt auf 21,2 Prozent. Das französische Unternehmen mit Ursprung im Stahlwerk und Rüstungsschmiede Schneider-Creusot ist Mitglied im Aktienindex EuroStoxx 50 .

ak/rtr
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