Donnerstag, 19. September 2019

Schlechte Geschäftslage Uber bezahlt Fahrer angeblich aus eigener Tasche

Uber: Hält Uber seine Fahrer mit Subventionen bei der Stange?
Getty Images
Uber: Hält Uber seine Fahrer mit Subventionen bei der Stange?

Städte in Deutschland ziehen gegenüber Uber die Zügel an. Damit dem Fahrdienstbetreiber nicht die Fahrer abhanden kommen, hält er sie offenbar mit Honorar bei der Stange. Uber verfolgt diese Taktik bereits im Ausland.

Hamburg - Der Fahrdienst Uber sieht sich angesichts der für die Branche geltenden Regularien offenbar gezwungen, seine Fahrer aus der eigenen Tasche für die für Uber vorgenommenen Fahrten zu honorieren. Laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zahlt Uber in Düsseldorf jedem Fahrer pro Stecke rund acht Euro, statt, wie das Geschäftsmodell es eigentlich vorsieht, einfach 20 Prozent des Fahrpreises für die Vermittlung einzukassieren.

Ein Uber-Sprecher wollte den Bericht gegenüber manager-magazin online nicht bestätigten. Er dementierte entsprechende Zahlungen aber auch nicht. "Wir kommentieren das nicht", hieß es lediglich.

Bonuszahlungen auch in der Schweiz

Dass Uber Fahrer für ihre Aktivitäten für das Unternehmen entlohnt, ist nicht neu. Bereits im Sommer enthüllte das Schweizer Fernsehen, dass Uber in Zürich seinen Fahrern pro Fahrt 20 Franken (umgerechnet 16 Euro) dazubezahlte, um sein Angebot in der Schweizer Stadt zu etablieren. Eine Vorgehensweise, die der Schweizer Uber-Verantwortliche Rasul Jalali bestätigte.

Später änderte das Startup sein Prämienmodell wieder ab, garantierte entweder einen Mindestumsatz pro Wochenende, pro Fahrt oder ab einer gewissen Anzahl von Fahrten eine Zusatz-Pauschale von beispielsweise 150 Franken bei 30 Fahrten.

Dass Uber nun offenbar auch in Deutschland zu solchen Maßnahmen greift, dürfte den Problemen geschuldet sein, denen sich Uber aktuell gegenüber sieht.

So zwangen Gerichtsurteile in Berlin und Hamburg Uber, die Gebühren pro Fahrt deutlich zu senken. Um teure Lizenzgebühren zu vermeiden, wie sie für ein Taxiunternehmen fällig würden, agiert Uber in diesen Städten nun als "Mitfahrzentrale" - darf von den Fahrgästen allerdings auch nur noch eine wenig lukrative Betriebskostenpauschale verlangen. Aktuell zahlen Nutzer dort nur noch 35 Cent pro gefahrenem Kilometer.

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