Montag, 23. September 2019

SAP wächst zweistellig auch dank "Hana" Wie der SAP-Chef vom Brexit profitieren will

Bill McDermott kann für das zweite Quartal die Erwartungen des Marktes toppen
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Bill McDermott kann für das zweite Quartal die Erwartungen des Marktes toppen

Der Softwarekonzern SAP hat im zweiten Quartal operativ deutlich mehr verdient. Das Geschäft mit Mietsoftware wächst auf hohem Niveau. Mit "Hana" weiß SAP zudem ein schlagkräftiges Verkaufsargument in seiner Hand.

SAP hat im zweiten Quartal das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis währungsbereinigt um 11 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro gesteigert. Nach Steuern verdiente SAP 813 Millionen Euro - nach 469 Millionen Euro im Vorjahresquartal, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch mit. Im Vorjahr hatte ein Abfindungsprogramm auf den Gewinn gedrückt.

Der Marktführer für Firmensoftware zur Unternehmenssteuerung erwirtschaftete einen Umsatz von 5,24 Milliarden Euro, um Währungs- und Sondereffekte bereinigt ein Zuwachs von 9 Prozent.

SAP schnitt damit beim operativen Gewinn etwas besser ab als von Analysten erwartet. Diese hatten in der Umfrage im Durchschnitt mit 1,45 Milliarden Euro gerechnet. Aktien von SAP zogen vorbörslich bei Lang & Schwarz um mehr als 5,1 Prozent an. "Das war ein guter Quartalsbericht, der eine hohe Profitabilität zeigt", sagte ein Händler. Die Befürchtungen, das Brexit-Votum könnte die Geschäfte gedämpft haben, seien übertrieben gewesen.

Mehr verkaufte Lizenzen dank "Hana"

Der Dax-Konzern setzt weiter auf ein starkes Wachstum des als zukunftsträchtig geltenden Cloud-Geschäfts. Dabei wird Software über das Internet abonniert statt eine Lizenz mit höherer Einmalzahlung zu kaufen. Doch die erklärte Zukunftssparte ist noch nicht so profitabel wie das Lizenzgeschäft. Brechen die Lizenzumsätze zu schnell weg, drückt das auf den Gewinn.

Im zweiten Quartal lag der Erlös der Wachstumssparte mit 721 Millionen Euro währungsbereinigt um ein Drittel über dem Vorjahresstand. SAP verkaufte dank seines neuen Kernprodukts S/4Hana zugleich 10 Prozent mehr Lizenzen.

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