Freitag, 23. August 2019

Nettogewinn und Profitabiltät stagnierten 2018 SAP stößt an seine Grenzen

SAP-Chef Bill McDermott ist insgesamt zufrieden mit dem Jahr 2018. Doch die Ansprüche der Investoren an Wachstum und Profitabilität sind hoch.

SAP hat im Schlussquartal deutlich weniger Neugeschäft verbucht als im Vorquartal. Die Wachstumsdynamik lässt also nach. Zugleich sackte der Nettogewinn um 15 Prozent ab. Auf das Gesamtjahr gerechnet kletterte der Nettogewinn 2018 kaum noch. Auch konnte Deutschlands wertvollster Dax-Konzern seine Profitabilität nur noch geringfügig steigern. Jetzt will SAP-Chef McDermott Mitarbeiter in den Vorruhestand schicken.

Der Softwareriese SAP hat im abgelaufenen Jahr seine Ziele verfehlt und verschreibt sich nun ein Restrukturierungsprogramm. Mitarbeitern werde der Vorruhestand angeboten, kündigte Firmenchef Bill McDermott (57) am Dienstag zur Vorstellung der Jahresbilanz an. SAP befinde sich in einer "schnelllebigen Industrie".

Insgesamt wollen die Walldorfer bis zu 950 Millionen Euro in die Hand nehmen, um Mitarbeitern den Abschied schmackhaft zu machen. Ende 2018 zählte SAP knapp 96.500 Beschäftigte. Ende 2019 will der Konzern trotz der Maßnahmen bei mehr als 100.000 liegen.

Das Wachstum im Neugeschäft des Softwareriesen SAP hat sich im Schlussquartal deutlich verlangsamt. Die neuen Cloud-Buchungen stiegen währungsbereinigt um 23 Prozent, wie Europas größter Technologiekonzern am Dienstag mitteilte. Im Vorquartal hatte es noch zu einem Plus von 37 Prozent gereicht.

Vor allem im Zukunftsgeschäft mit Mietsoftware, in dem SAP mit den US-Konzernen Salesforce, Oracle und Workday konkurriert, geben die neuen Buchungen Rückschluss auf künftige Umsätze und Gewinne. Dieses Geschäft befindet in einem Wandel, in dem noch unklar ist, wer letztlich die Nase vorn hat. Um seine Chancen auf Wachstum zu wahren, hat SAP erst vergangene Woche die im November bekanntgegebene acht Milliarden Dollar schwere Übernahme der US-Firma Qualtrics abgeschlossen.

Trotz der Zielverfehlungen bei Gewinn und Umsatz gab sich McDermott auch angesichts der Zukäufe gewohnt siegessicher: "Wir werden gewinnen." Im laufenden Jahr soll das Betriebsergebnis maximal um 11,5 Prozent auf acht Milliarden Euro zulegen. Einen Ausblick auf den Umsatz will SAP nicht mehr geben, er soll allerdings "etwas geringer" als das Betriebsergebnis wachsen.


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Der Gesamtumsatz des Dax-Konzerns legte im vierten Quartal währungsbereinigt um 13 Prozent auf 7,43 Milliarden Euro zu. Während das Betriebsergebnis um 8 Prozent auf knapp 2,55 Milliarden Euro kletterte, sank das Nettoergebnis um 15 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Dies hing vor allem mit der stärkeren Ausrichtung auf das Cloud-Geschäft zusammen, die dazu führt, dass sich Gewinne auf einen längeren Zeitraum verteilen.

Im Gesamtjahr 2018 kletterte das bereinigte operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr 6 Prozent auf 7,17 Milliarden Euro. Der Umsatz von SAP Börsen-Chart zeigen legte um 5 Prozent auf 24,71 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich stieg der Nettogewinn um 1 Prozent auf 4,09 Milliarden Euro geringer, unter anderem weil SAP mehr Steuern zahlen musste.

SAP konnte 2018 seine Profitabilität kaum noch steigern

Laut dpa-afx habe Europas größter Softwarehersteller im vergangenen Jahr die Profitabilität aber kaum noch steigern können. Die Ausrichtung auf Softwareprogramme zur Miete aus dem Internet hatte den Konzern lange viel Geld gekostet, im vergangenen Jahr sollte die operative Marge erstmals seit 2013 wieder zulegen.


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Nominell sei die Marge des um Sondereffekte bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern um 0,1 Prozentpunkte auf 28,8 Prozent gestiegen, teilte SAP weiter mit. Analysten hatten mit einem etwas stärkeren Zuwachs der Marge gerechnet. Finanzchef Luka Mucic hatte eigentlich 29,8 Prozent angepeilt und versprach nun, die Trendwende sei eingeleitet.

rei/Reuters/dpa-afx

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