Montag, 20. Mai 2019

Zalando-Aktienpaket verkauft Samwer-Brüder machen Kasse - vor Ablauf der Haltefrist

Schrei vor Glück - und gib´s zurück: Der von den Samwer-Brüdern kontrollierte Fonds Global Founders sowie Finanzchef Rubin Ritter haben bereits einen Teil ihrer Zalando Aktien wieder verkauft - vor Ablauf der Haltefrist, die rechtlich allerdings nicht bindend ist

Knapp drei Wochen vor Ablauf der so genannten Haltefrist haben sich einige Großaktionäre von Teilen ihrer Zalando-Aktien getrennt. Insgesamt seien rund 18 Millionen Papiere oder 7,3 Prozent des Grundkapitals bei institutionellen Investoren platziert worden, teilte Zalando am Mittwoch in Berlin mit. Das Aktienpaket hat damit einen Wert von 425 Millionen Euro.

Zu den Verkäufern gehörten unter anderem der von den Samwer-Brüdern kontrollierte Fonds Global Founders Capital, die Startup-Schmiede Rocket Internet und eine zur Verlagsgruppe Holtzbrinck zählende Beteiligungsgesellschaft.

Auch die AI European Holding, Tochterunternehmen des Konglomerats Access Industries des ukrainisch-amerikanischen Milliardärs Len Blavatnik, trennte sich von Aktien.

Vor dem Börsengang legen Management, bestehende Aktionäre und Konsortialbanken in der Regel eine Haltefrist von sechs Monaten fest. Sie soll neuen Aktionären bei der Erstemission signalisieren, dass sie Vertrauen in das Wachstum der Firma haben.

Auch Zalando hatte im Börsenprospekt eine so genannte Lock-Up-Frist von 180 Tagen mit dem ersten Handelstag vereinbart. Rechtlich bindend ist eine Haltefrist indes nicht.

Kinnevik hält an Aktien fest - doch einige Altaktionäre machen eilig Kasse

Weil eine frühere Loslösung von Aktien für Investoren aber nicht gerade als vertrauensbildende Maßnahme gilt, dürften sich der größte Anteilseigner, der schwedische Fonds Kinnevik, sowie die Gründer und Vorstandsmitglieder Robert Gentz und David Schneider für eine längere Haltefrist um weitere drei Monate entscheiden haben. Gentz und Schneider hatten Zalando unter dem Dach der Samwer-Brüder ("Rocket Internet") mit aufgebaut.

Die Altaktionäre und Finanzchef Rubin Ritter trennen sich nun bereits nach 162 Tagen von ihren Aktien. Der Platzierungspreis lag mit 23,75 Euro rund zehn Prozent über dem beim Börsengang im Oktober festgelegten Emissionskurs von 21,50 Euro.

Die inzwischen im SDax notierte Aktie hatte nach dem Börsengang eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Sie schwankte dabei zwischen 17 und 27 Euro. In den vergangenen Monaten hatte sich das Papier deutlich oberhalb des Emissionspreises etabliert. Wegen der Platzierung war die Aktie am Dienstag um knapp 7 Prozent auf 24,25 Euro. Am Mittwoch Vormittag fiel die Aktie um weiter 2,5 Prozent.

Streubesitz steigt - Chance auf Aufstieg in den MDax

Einige Händler gehen davon aus, dass sich der Kurs schnell wieder erholen dürfte, da durch den gestiegenen Streubesitz die Chancen auf einen Aufstieg in den Mittelwerteindex MDax deutlich gestiegen sind.

Zalando hatte zuletzt mit guten Zahlen überzeugt. 2014 erzielte das Unternehmen erstmals einen Gewinn und konnte den Umsatz deutlich steigern. Im laufenden Jahr sollen der Erlös und das operative Ergebnis weiter kräftig zulegen. Das Berliner Unternehmen hat zudem angekündigt, 2000 neue Beschäftigte einzustellen - zuletzt hatte Zalando rund 7600 Mitarbeiter.

mit Material von dpa

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