Sonntag, 8. Dezember 2019

Strauchelnder Marktführer Samsung hält an Smartphone-Chef fest

Darf bleiben: Samsungs Smartphone-Chef muss den Abschwung bremsen. Die Modellpalette soll um bis zu 30 Prozent ausgedünnt werden. Derzeit verkauft der Konzern über 50 verschiedene Geräte
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Darf bleiben: Samsungs Smartphone-Chef muss den Abschwung bremsen. Die Modellpalette soll um bis zu 30 Prozent ausgedünnt werden. Derzeit verkauft der Konzern über 50 verschiedene Geräte

Für Shin Jong Kyun schien die Zeit abgelaufen. Der Chef der Smartphone-Sparte konnte im vergangenen Jahr nur schrumpfende Umsätze und Gewinne präsentieren. Doch der südkoreanische Konzern hält überraschend an seinem Top-Manager fest.

Seoul - Smartphone-Weltmarktführer Samsung hält trotz des Gewinneinbruchs im Geschäft mit den Computer-Telefonen am Chef der Sparte fest. Der Präsident für mobile Kommunikation beim Konzern-Flaggschiff Samsung Electronics, Shin Jong Kyun, war am Montag nicht Teil der üblichen Jahresend-Umbesetzungen der Gruppe. Shin habe dazu beigetragen, dass Samsung zum größten Handy-Hersteller aufgestiegen sei, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Konzerns vor Journalisten in Seoul.

Zuletzt hatte es vermehrt Spekulationen gegeben, dass Samsung einen Chefwechsel im Mobilfunk-Geschäft vornehmen werde. J.K. Shin führt die Sparte seit 2009. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, der für Hausgeräte und Fernseher zuständige Manager B.K. Yoon könne auch die Führung des Handy-Bereichs übernehmen.

Samsung Umsatz mit mobilen Geräten in Milliarden Dollar; Quelle: Samsung
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Samsung Umsatz mit mobilen Geräten in Milliarden Dollar; Quelle: Samsung
Samsungs Geschäft mit mobilen Geräten schrumpft seit vier Quartalen. Das Unternehmen geriet von zwei Seiten in Bedrängnis. Im unteren Segment mit günstigen Smartphones und Tablets musste das Unternehmen allen voran an den chinesischen Neuling Xiaomi Marktanteile abgeben. Im Premiumsegment haben die Galaxy-Modelle der Südkoreaner verstärkt das Nachsehen gegen Apples neue iPhones. Das iPhone 6 und iPhone 6 Plus haben nun etwa genauso große Bildschirme wie die Galaxy-Smartphones. Größere Displays waren für Samsung vorübergehend ein Wettbewerbsvorteil.

Das Smartphone-Geschäft spielt eine Schlüsselrolle für Samsung und steuerte zuletzt trotz des Gewinneinbruchs mehr als 40 Prozent zum operativen Ergebnis des Konzerns bei. Berechnungen von Experten zufolge sank Samsungs Marktanteil infolge der schärfer werdenden Konkurrenz und eines Preiskampfs im dritten Quartal auf knapp ein Viertel von über 32 Prozent vor einem Jahr. Der Gewinn ging um mehr als die Hälfte zurück.

Die Umbesetzung auf Manager-Ebene fiel diesmal kleiner aus als in den vergangenen Jahren, elf wurden befördert oder versetzt. Das wurde auch als Zeichen dafür gewertet, dass Samsung auf Stabilität setzt. Nach der schweren Erkrankung des früheren Konzernchefs und derzeitigen Vorsitzenden der Elektroniktochter, Lee Kun Hee, steht ein Generationswechsel an. Als inoffizieller Nachfolger gilt sein Sohn Lee Jae Yong.

run/dpa

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