Samsung-Aktie auf Rekordhoch Samsung zeigt sich bereit zur Konzernspaltung

Konzern im Rückruf: Smartphones von Samsung

Konzern im Rückruf: Smartphones von Samsung

Foto: AFP

Der koreanische Technologiekonzern Samsung Electronics  will den Vorschlag eines seiner großen Aktionäre, sich aufzuspalten und eine Milliarden-Sonderdividende auszuschütten, sorgfältig prüfen. Am Donnerstag, einen Tag vor Veröffentlichung seiner Quartalszahlen, erklärte Samsung weiter, man glaube an einen konstruktiven und offenen Dialog mit Investoren.

Es ist das erste derartige Eingeständnis des familiengeführten Konglomerats. Bisher wacht die Lee-Dynastie argwöhnisch über ihre Kontrolle. Der 74-jährige Patriarch Lee Kun-hee kann sich jedoch seit einem Herzanfall im Mai 2014 nicht mehr ins Geschäft einschalten. Seine Kinder haben sich noch nicht öffentlich zu ihren Plänen geäußert.

Der für seine Einmischung in die Strategie seiner Beteiligungen bekannte US-Hedgefonds Elliott Management von Paul Singer hatte in einem Brief an das Unternehmen vorgeschlagen, Samsung Electronics solle sein operatives Geschäft abspalten und an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq bringen. Außerdem solle der weltgrößte Smartphone-Hersteller aus seinem Barvermögen von 70 Milliarden Dollar 27 Milliarden als Sonderdividende ausschütten.

Aktuell stört Elliott auch die Übernahmepläne von General Electric  beim Lübecker 3D-Druckspezialisten SLM Solutions.

Die Samsung-Aktie  erreichte am Donnerstag ein Rekordhoch. Zuletzt war der Kurs vom Rückruf einer Million brandgefährdeter Smartphones des neuen Top-Modells Galaxy Note 7 belastet worden. Die Probleme sind offenbar noch nicht gehoben: In den USA wurde am Mittwoch ein startbereites Passagierflugzeug wegen eines qualmenden Galaxy Note 7 geräumt. Dabei handelte es sich um ein bereits ausgetauschtes Gerät.

Samsung übernimmt Entwickler von Apples Siri

Zugleich wurde am Donnerstag bekannt, dass Samsung sich im Geschäft mit digitalen Assistenten für Smartphones und andere Geräte stärkt. Der Konzern übernimmt das Start-up Viv Labs, hinter dem die ursprünglichen Entwickler der sprechenden Assistentin Siri in Apples iPhones stehen. Viv-Mitgründer Dag Kittlaus hatte vor sechs Jahren Siri an Apple verkauft. Der Konzern entwickelte das System seitdem selbst weiter.

Der Deal mit Viv mache Samsungs Engagement für "virtuelle persönliche Assistenten" deutlich, erklärte der weltgrößte Smartphone-Hersteller am Donnerstag. Durch die Entwicklung künstlicher Intelligenz wünschten sich Verbraucher, sich auch allgemein mit Technik auf einer Ebene austauschen zu können, die mehr "gesprächsorientiert und persönlich" sei, hieß es weiter. Dafür habe Viv eine neue Plattform geschaffen.

Wie viel Samsung für Viv Labs bezahlt, blieb unklar. Der Sprachassistent Viv soll in Zukunft direkt in Autos, Fernseher und andere Geräte der Heimelektronik eingebaut werden. "Bei Viv arbeiten wir an dem einfachsten Weg, zu Geräten und Diensten zu sprechen", sagte Kittlaus. Das Viv-Gründerteam soll eng mit der Sparte für mobile Kommunikation bei Samsung zusammenarbeiten, aber weiter unabhängig bleiben.

Google stellte erst diese Woche seinen neuen Assistenten vor, der auf Wissen und Rechenleistung des Suchmaschinen-Betreibers zurückgreift. Er ist unter anderen in einem neuen Google-Smartphone verfügbar, das direkt mit den Geräten des Android-Partners Samsung konkurriert, sowie im vernetzten Lautsprecher Google Home. Später soll der Google Assistant auch in Technik anderer Hersteller kommen.

Amazons Assistentin Alexa steckt im Lautsprecher Echo, von dem bereits mehrere Millionen Geräte verkauft wurden. Apple integriert Siri seit 2011 in iPhones und inzwischen auch in andere Geräte.

Lesen Sie auch: Hardwareschlacht zwischen Google, Amazon und Apple - Kampf um die Köpfe

ak/reuters/dpa