Mittwoch, 22. Mai 2019

Halbjahresbilanz Rocket Internet macht weiter Verluste und will zehn neue Firmen gründen

Rocket-Gründer Oliver Samwer: "Die Entwicklung unserer 'Proven Winners' hat unsere Erwartungen erfüllt"
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Rocket-Gründer Oliver Samwer: "Die Entwicklung unserer 'Proven Winners' hat unsere Erwartungen erfüllt"

Rasantes Umsatzwachstum, aber nach wie vor Verluste. Rocket Internet macht das, was es am besten kann: Firmen aus dem Boden stampfen. Im kommenden Jahr sollen es zehn weitere sein, sagt Gründer Oliver Samwer.

Berlin - Die Internet-Holding Rocket Internet Börsen-Chart zeigen sieht ihre größten Beteiligungen nach dem ersten Halbjahr auf Kurs, ihre Umsätze hätten sich teils verdoppelt, teilte die Startup-Schmiede am Montag mit. Nach wie vor aber schreiben die zwölf wichtigsten Beteiligungen operative Verluste. Auch die Dachgesellschaft kam im ersten Halbjahr mit einem Minus von 13,26 Millionen Euro nicht aus den roten Zahlen, wie Rocket Internet am Montag mitteilte.

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet ist es, Online-Unternehmen aufzubauen. Aktuell hat sind unter dem Dach der Berliner rund 50 solcher Firmen aktiv. Die Startups sollen von einer gemeinsamen Plattform profitieren, ihre Gründung ist wie am Fließband organisiert.

Und das Fließband läuft weiter. "Es ist unser Ziel, auch 2015 wieder mindestens zehn neue Startups auf den Weg zu bringen", sagte Gründer und Konzernchef Oliver Samwer. Zudem sei Rocket auf gutem Weg, die für 2014 angepeilten zehn Unternehmensgründungen zu erreichen. "Wobei sieben neue Geschäftsmodelle bereits gestartet wurden und sich drei weitere in Vorbereitung befinden." Das gesamte Netzwerk habe derzeit rund 25.000 Beschäftigte und damit etwa 4500 mehr als Ende Juni 2014.

Rocket setzt einen Schwerpunkt auf verschiedene Branchen des Online-Handels und Dienstleistungen. Im ersten Halbjahr wurden 62 Prozent der Erlöse im Bereich E-Commerce erwirtschaftet. Der Gesamtwert der Rocket-Beteiligungen sei seit dem Börsengang Anfang Oktober um 74 Millionen Euro auf rund 2,7 Milliarden Euro gestiegen, hieß es.

Rocket will stark auf Werbung bei Facebook setzen

Die Holding gründet vor allem in Schwellenländern wie Indien und Brasilien Online-Dienstleister - vom Möbelhändler bis zum Taxi-Dienst. Rocket sei gut positioniert, "um vom Wachstum des Internethandels in den Schwellenländern zu profitieren", sagte Samwer weiter. Deshalb wolle der Konzern künftig mehr in die Online-Reisebranche investieren und sieht hier vor allem wegen der wachsenden Mittelschicht in Ländern eben wie Indien und Indonesien Wachstumschancen.

Rocket Internet war im Oktober an die Börse gegangen und hatte 1,4 Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt. Für viele ihrer Startup-Firmen hat die Holding noch keine Bilanzen vorliegen. Deshalb ist die Rocket Internet-Aktie zunächst nur im schwach regulierten Entry Standard notiert, in dem Geschäftszahlen nur halbjährlich vorgelegt werden müssen. Diese Entscheidung war zum Teil kritisiert worden, das Unternehmen stellte einen Wechsel innerhalb von eineinhalb Jahren in Aussicht.

Rocket Internet teilte zudem mit, masssiv auf Werbung bei Facebook setzen zu wollen. Mit dem Online-Netzwerk sei eine Kooperationsvereinbarung geschlossen worden, gab Rocket weiter bekannt. Das solle sicherstellen, dass Rocket-Beteiligungen "Weltmarktführer bei Werbung auf Facebook" sind. Das Online-Netzwerk werde ihnen dafür unter anderem Zugang zu Tests neuer Werbe-Funktionen gewähren und die Mitarbeiter regelmäßig schulen.

ts/rei/rtr/dpa

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