Ranking Das sind Deutschlands beste Unternehmens-Websites

Gelb gewinnt: Die Deutsche Post führt das Ranking der besten deutschen Unternehmenswebsites an

Gelb gewinnt: Die Deutsche Post führt das Ranking der besten deutschen Unternehmenswebsites an

Foto: DPA

Der Spitzenreiter kommt aus Bonn: Die Deutsche Post  hat laut einer Untersuchung der Beratung NetFed  die beste Unternehmens-Website Deutschlands. Der Bonner Konzern verweist seine Dax-Kollegen Bayer  und BASF  auf die Plätze 2 und 3. "Chemiekonzerne schneiden in den vergangenen Jahren konstant gut ab", sagt NetFed-Geschäftsführer Christian Berens. "Die Branche hatte vor 20 Jahren beinahe ein Schmuddelimage, heute leben die Unternehmen transparente, offene Kommunikation vor." Das Ranking liegt manager-magazin.de exklusiv vor.

Seit 2003 bewertet NetFed regelmäßig die Websites großer deutscher Unternehmen. Aktuell finden sich einhundert Firmen im Ranking wieder - darunter sind die Dax-30-Konzerne, aber auch andere Branchenriesen, etwa Bosch, Otto, Würth oder Coca-Cola. Geprüft werden Inhalt und Struktur, Service und Dialog sowie die "User Experience", also der Eindruck, den eine Seite beim Besucher hinterlässt.

Um die Seiten möglichst objektiv zu vergleichen, hat NetFed einen Kriterien-Katalog mit insgesamt 280 Faktoren aufgestellt. Die subjektive Schönheit einer Website könne man nicht messen, sagt Berens; beantwortbar sei hingegen die Frage, ob sie aktuellen Designkriterien entspreche, "etwa, ob es ein einheitliches Grid gibt", anhand dessen die Seite aufgebaut sei.

Wer nur einen Satz aus dem Geschäftsbericht kopiert, liefert keine Substanz

Wegen der unterschiedlichen Produkte der untersuchten Unternehmen lege NetFed besonderes Gewicht auf drei Themenbereiche: auf den Pressebereich, auf Human Ressources sowie die Corporate Social Responsibility, also gesellschaftliche Anstrengungen der Firmen. Wenn Unternehmen schlechter im Ranking abschneiden, hat das laut Berens häufig einen Grund: Meistens seien ganze Themenbereiche nicht oder nur mangelhaft vorhanden. Wer unter "Nachhaltigkeit" nur einen kopierten Satz aus dem Geschäftsbericht präsentiere, liefere keine Substanz.

Im Gegensatz dazu "bieten die Top 3 sowohl Inhaltsbreite wie auch Inhaltstiefe über das normale Maß hinaus", sagt Berens. Hinzu komme eine intuitive Nutzerführung: "Auch wenn Sie die Seite noch nie besucht haben, finden Sie sich sehr schnell zurecht." Das gelte für alle vorstellbaren Nutzergruppen: für potenzielle Kunden, für Aktionäre, aber auch für eventuelle Bewerber.

Diese stehen ohnehin besonders im Fokus. "Der Human-Ressources-Bereich ist oft der bunteste, innovativste", sagt Berens. "Unternehmen reagieren hier offensichtlich auf den Kampf um die besten Talente und geben sich viel Mühe, mögliche Bewerber anzusprechen."

Was die Spitzenreiter auszeichnet, was die Letztplatzierten besser machen können: So sehen die drei besten Websites aus - und so die Flop 3:

Der Spitzenreiter: Die Deutsche Post

Aufgeräumte Optik beim Spitzenreiter: Der Deutschen Post attestiert NetFed "eine sehr gute Mischung aus onlinegerechten Inhalten, nützlichen Services und einer guten Usability"

Aufgeräumte Optik beim Spitzenreiter: Der Deutschen Post attestiert NetFed "eine sehr gute Mischung aus onlinegerechten Inhalten, nützlichen Services und einer guten Usability"

"Der Dax schneidet - mit Ausnahmen wie etwa VW - zumeist gut ab", sagt NetFed-Geschäftsführer Christian Berens. Acht der zehn bestplatzierten Unternehmen und die komplette Top 3 stammen aus Deutschlands Vorzeigeindex. Die Post liefert dabei laut NetFed das beste Komplettpaket: Ihr attestiert die Beratung "eine sehr gute Mischung aus onlinegerechten Inhalten, nützlichen Services und einer guten Usability."

Berens lobt auch ausdrücklich den Pressebereich: Zu jeder Mitteilung liefere die Post direkt Ansprechpartner mit Telefonnummern und Mail-Adressen - insbesondere zu einem der Flop-3-Unternehmen ein großer Pluspunkt.

Platz 2: Bayer AG

"Trotz vieler Inhalte übersichtlich, modern und einfach nutzbar" - so lautet das NetFed-Verdikt zu Bayer

"Trotz vieler Inhalte übersichtlich, modern und einfach nutzbar" - so lautet das NetFed-Verdikt zu Bayer

Foto: Bayer

"Inhaltsbreite und Inhaltstiefe" liefert auch Bayer: Dabei bleibt der wertvollste Konzern im Dax laut NetFed gleichzeitig übersichtlich und aufgeräumt. Besonderes Augenmerk legen die Experten auf den Bereich Nachhaltigkeit: Während andere Unternehmen laut Berens hier bloß einen Satz aus dem Konzernbericht kopierten, liefern die Leverkusener eine große Übersicht.

Platz 3: BASF

Auch BASF überzeuge "mit umfangreichen Inhalten und guten Services für alle Zielgruppen"

Auch BASF überzeuge "mit umfangreichen Inhalten und guten Services für alle Zielgruppen"

Foto: BASF

"Chemiekonzerne schneiden in den vergangenen Jahren konstant gut ab", erklärt Berens. "Bei BASF und auch bei anderen Chemiekonzernen ist ein grundlegender Wandel der strategischen Ausrichtung festzustellen", nachdem die Branche vor etwa 20 Jahren noch ein regelrechtes Schmuddelimage mit sich herumgetragen habe.

Besonderes Merkmal der Ludwigshafener: Im Karrierebereich könnten potenzielle Bewerber direkt mit Mitarbeitern aus Marketing, Forschung und anderen Konzernabteilungen in Kontakt treten - für Berens ein "Dialog auf Augenhöhe".

Platz 98: Haribo

Haribo macht Kinder froh und Erwachs´ne ebenso - NetFed allerdings eher nicht

Haribo macht Kinder froh und Erwachs´ne ebenso - NetFed allerdings eher nicht

Foto: Haribo

Warum schneiden Unternehmenswebsites schlecht im Ranking ab? "Meistens sind Inhalte und Themen nicht vorhanden", sagt Christian Berens. Bei Haribo fehle etwa der Bereich Nachhaltigkeit. Auf diesen legt die Beratung besonderes Augenmerk, da er alle Unternehmen - unabhängig von ihren Produkten - betrifft.

Platz 99: Hugo Boss

NetFed hat ein Herz für die Presse: Ein passwortgeschützter Medienbereich wirft Hugo Boss weit im Ranking zurück

NetFed hat ein Herz für die Presse: Ein passwortgeschützter Medienbereich wirft Hugo Boss weit im Ranking zurück

Foto: Hugo Boss

Auch Hugo Boss geht sparsam mit seinen Inhalten um: "Bei Boss ist der Pressebereich passwortgeschützt", berichtet Christian Berens. "So etwas wird von uns generell abgestraft: Warum versteckt man Inhalte?" Allgemein gelte: Je weniger Inhalte ein Unternehmen leicht zugänglich auf seiner Website verfügbar mache, umso tiefer finde es sich im Ranking wieder.

Platz 100: Hornbach

"Es gibt immer was zu tun" - laut NetFed-Ranking auch bei der Hornbach-Website, die auf dem letzten Rang steht

"Es gibt immer was zu tun" - laut NetFed-Ranking auch bei der Hornbach-Website, die auf dem letzten Rang steht

"Es gibt immer was zu tun", verkündet Hornbach in einer aktuellen Werbekampagne. Laut NetFed-Ranking gilt das auch für die Website: Die Baumarktkette landet im Ranking auf dem letzten Platz. Berens bemängelt etwa den fehlenden Bereich zur Corporate Social Responsibility.

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