Samstag, 25. Januar 2020

Rackspace-Europachef "Wer Lotterien anbietet, ist nicht unser Kunde"

Cloud-Server: Nur wenige können sich dem Trend entziehen

Der amerikanische IT-Dienstleisters Rackspace führt die Bewegung rund um das Cloud-Betriebssystem Openstack an, das auch Weltkonzerne wie Intel, Hewlett-Packard und Oracle unterstützen. Im Interview erklärt Rackspace-Europachef Markus Mattmann, was sein Unternehmen Goliaths wie Amazon und Microsoft entgegensetzt.

Hamburg - Was das Betriebssystem Linux für Desktoprechner ist, das ist die Open-Source-Software Openstack für den Betrieb von Cloud-Servern. Mehr als 5000 Entwickler arbeiten weltweit an dem Projekt, mehr als 200 Konzerne sind beteiligt: darunter Oracle Börsen-Chart zeigen, Hewlett-Packard Börsen-Chart zeigen und Intel Börsen-Chart zeigen.

Entwickelt wurde Openstack vom IT-Konzern Rackspace. Die Texaner waren lange auf die klassische Verwaltung von Kundendaten in Rechenzentren spezialisiert. Den Wandel zum Cloud Computing leitete das Unternehmen 2010 durch ein Nasa-Projekt ein. Gemeinsam mit der US-Raumfahrtbehörde entwickelte Rackspace eine Software, die es ermöglichte, per Standard-Hardware Cloud-Dienste zu nutzen.

Da die Nasa gab den Quellcode der Software unter dem Label Openstack frei. Seither wird das Cloud-Betriebssystem von Rackspace federführend weiterentwickelt. Die Texaner nutzen Openstack dabei als Grundlage für die eigenen Infrastructure-as-a-Service-Dienste. Hier konkurriet Rackspace unter anderem mit Webgiganten wie Amazon Börsen-Chart zeigen, Microsoft Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen. In Europa lenkt seit 2013 Markus Mattmann die Geschicke des Davids unter den Goliaths der Cloud-Infrastrukturanbieter.

mm: Herr Mattmann, was unterscheidet Rackspace von Kostenführern wie Amazon Web Services oder Microsoft?

Mattmann: Stand heute, ist Rackspace der einzige Anbieter, der Managed Hosting sowie alle Cloud-Varianten anbietet: Public Cloud, Private Cloud und Hybrid-Lösungen…

mm: …also wahlweise die Lagerung von unkritischen Daten auf konzernfremden Servern, sensiblen Daten auf konzerneigenen Servern und einer Mischung aus beidem.

Mattmann: Außerdem unterscheiden wir uns durch unseren, wir nennen es, "Fanatical Support". Wir sind nicht eine anonyme Firma, bei der man über das Internet einen Service bezieht. Bei uns hat man mit dem Mitarbeiter und dem Team Kontakt, wenn man Kunde ist.

mm: Diese Kultur des Fanatical Supports, für den Ihr Unternehmen sogar die Namensrechte angemeldet hat, geht ja noch immer auf das Verständnis der Rackspace-Gründer zurück. Aber rechnen sich Beratung und Service angesichts der Standardisierung und der Preiskriege im Cloud Computing noch? Dieses Geschäftsmodell wird doch gerade von Amazon Web Services, Microsoft und Google unterminiert.

Mattmann: Wir passen unser Geschäftsmodell daher stetig an. Fakt ist: alle Kunden wollen Beratung - je größer und komplexer die Umgebung, desto wichtiger ist dies.

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