Samstag, 25. Mai 2019

Project-A-Chef Florian Heinemann Was deutsche Unternehmer von Peter Thiel lernen können 

Made in Germany: Die größten deutschen Startups
Spryker Systems

Florian Heinemann ist selbst erfolgreicher Start-up-Unternehmer und stand vier Jahre lang als Geschäftsführer an Spitze von Rocket Internet. Seit drei Jahren leitet er nun die Geschicke von Project A, einem Frühphaseninvestor, an dem auch die Otto-Gruppe und Springer beteiligt sind. Mit manager-magazin.de sprach er über die größten Probleme der deutschen Start-ups, deren häufigste Fehler und was Deutschland tun muss, um den Anschluss ans Silicon Valley nicht zu verpassen.

mm: Herr Heinemann, Berlin gehört neben London zu den wichtigsten Start-up-Metropolen - allerdings gelten die Deutschen, was Risikoinvestments angeht, als deutlich zögerlicher als die US-Amerikaner. Haben wir überhaupt eine Chance gegen das Silicon Valley?

Heinemann: Es wird nicht einfach. Ich glaube, wir müssen uns gewisse thematische Schwerpunkte heraussuchen, in denen wir stark sind. Ähnlich wie der Maschinen-, der Automobilbau und die Elektrotechnik dazu beigetragen haben, dass Deutschland heute da steht, wo es steht, muss man sich auch in diesem Bereich fragen: Was sind die Themen? In welchem Bereich kann ich mich als Unternehmer profilieren?

mm: Wenn man sich Ihr Portfolio anschaut, dann würde man auf den Bereich Online-Handel tippen. Eine Richtung, in die auch Rocket geht. Können die Deutschen nur E-Commerce?

Heinemann: E-Commerce ist jetzt vielleicht nicht das neueste Thema - aber der Markt wird weiter wachsen. Und die Infrastruktur- und Werbetechnologie, die darum herum entstehen, sind vielversprechend - ebenso wie Fintech. Das Positive an Unternehmen wie Zalando ist, dass die Zahl der Leute, die Ahnung davon haben, wie man Digitalunternehmen baut - auch komplexere Digitalunternehmen - zunimmt. Aber es gibt zugegebenermaßen auch immer wieder Delegationen deutscher Startups, die ins Silicon Valley fahren - und bei denen von Anfang an klar ist, dass die bei den Investoren nicht den Hauch einer Chance haben.

mm: Woher kommt diese Naivität?

Heinemann: Da lernen wir in Deutschland derzeit noch dazu. Man muss Erfahrungen damit sammeln, welche Themen für Investoren interessant sind und wie Venture-Capital überhaupt funktioniert.

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