Dienstag, 12. November 2019

Telekommunikation "Die Preise werden auch in Deutschland steigen"

DSL-Anschluss: "Für mehr Leistung sind auch die Deutschen bereit, mehr zu bezahlen - die Preise werden zum internationalen Niveau aufschließen"

2. Teil: "Eine Remonopolisierung der Netze"

mm: Das heißt, Sie werden auch die Preise anheben?

Schüler: Zunächst einmal fokussieren wir uns darauf, unserer großen TV-Kundenbasis zusätzliche Dienste anzubieten, wie HD-Angebote oder auch unsere schnellen Internetanschlüsse. Mehr und mehr Kunden erkennen, dass sie mit Kabel-Internet deutlich schneller surfen, so dass wir in diesem Bereich seit über zwei Jahren schneller wachsen als jeder andere Breitbandanbieter. Allerdings sind es erst 27 Prozent unserer Kunden, die zusätzlich zu Fernsehen auch unsere Breitbandangebote buchen. Hier haben wir also noch großes Potenzial, das wir auch durch Horizon weiter befeuern wollen.

mm: Die Bundesnetzagentur hat es der Deutschen Telekom jüngst erlaubt, die Konkurrenten aus ihrem Netz auszusperren, um die eigene Infrastruktur ungestört aufrüsten zu können. Vectoring heißt diese neue Technologie. Fürchten Sie in Deutschland um den freien Markt?

Schüler: Wir sind nicht direkt von der Entscheidung der Bundesnetzagentur betroffen, da wir über unsere eigene Infrastruktur verfügen und nicht auf die Telekom angewiesen sind. Nichtsdestotrotz bin ich interessierter Zaungast, denn es findet ganz klar eine Remonopolisierung der Netze statt.

mm: Sie fürchten ein Wiedererstarken der Telekom?

Schüler: Ich sehe das sportlich. Die Telekom will in Zukunft mehr 100 Megabit-Anschlüsse anbieten. Wir können schon heute bis zu 150 Megabit liefern. Und wenn die Bonner ihre Netze erst einmal aufgerüstet haben, werden wir eben 400 Megabit anbieten - oder auch mehr. Deutschland wird, wenn es um die Versorgung mit schnellen Internet-Anschlüssen geht, immer auf Kabelkonzerne wie Unitymedia Kabel BW angewiesen sein.

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