Exklusiver Ausblick So geht der irre Pokémon-Go-Hype kommende Woche weiter

So sieht ein typischer 14-Jähriger die Welt

So sieht ein typischer 14-Jähriger die Welt

Foto: © Sam Mircovich / Reuters/ REUTERS

Jahresrückblick-Spoiler: Pokémon Go ist DER digitale Hype 2016. Millionen Menschen jagen nur wenige Wochen nach Launch des Spiels in aller Welt digitale Monster - stürmen Friedhöfe, sorgen für Massenaufläufe in Parks. Der Spieleschmiede Nintendo hat Pokémon Go bereits zu einer unverhofften Börsenrenaissance verholfen.

Die Börsenrelevanz des Spiels zeigt, wie wichtig die Frage ist, wie lange der Hype wohl noch anhalten wird. manager-magazin.de blickt in die Kristallkugel: So geht es - zumindest in der kommenden Woche - mit Pokémon Go weiter:

Samstag: Nach dem freitäglichen Launch der App in Japan sind die Straßen des Großraums Tokio für Autos komplett gesperrt. Nachdem Spieler in den Regierungssitz eingedrungen sind, weil sie im Büro von Ministerpräsident Abe ein Mewtu vermuteten, werden Parlament und Ministerien von Soldaten gesichert.

Sonntag: Ein zweiter Koreakrieg droht. Weil die südkoreanische Regierung ein eigenes GPS-Netz verwendet, ist das auf Google-Karten basierende Pokémon Go nur im äußersten Nordosten des Landes spielbar. Als einige Fans auf der Suche nach neuen Monstern in die Minenfelder der demilitarisierten Zone an der Grenze zu Nordkorea stolpern, sieht Pjöngjang dies als Kriegserklärung. Seoul im Glück: Die Sprengköpfe der abgefeuerten Nuklearraketen enthalten zur Überraschung westlicher Beobachter ausschließlich Stroh und kleine Plastikbüsten Kim Jong-Uns.

Montag: Weil nach dem Wochenende fast jeder Smartphone-Nutzer der Welt nach Pokémon sucht, ist Nintendo zum Börsenstart in Tokio das wertvollste Unternehmen der Welt. Dies fällt allerdings niemandem auf, weil alle Welt auf ihre Displays starrt.

Dienstag: Pokémon Go beendet die Krise in der Türkei. Weil Recep Tayyip Erdogan Angst vor den Twitter-Revolutionen des arabischen Frühlings hat, lockt er Massen an Smartphone-Nutzern mit strategisch gesetzten Pokestops (virtuellen Orte, an denen man Spielequipment kaufen kann) in die Gefängnisse des Landes. Den Neu-Insassen ist das allerdings egal - schließlich sind Pokestops in Reichweite.

Mittwoch: Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump gibt eine Pressekonferenz. Nachdem seine Partei nun ebenfalls Pokémon Go verfallen sei, erkenne sie nun die Evolutionstheorie an - allerdings nicht die Darwin'sche Version, sondern die der Pokémon, die mit steigender Erfahrung in regelmäßigen Abständen neue Evolutionsstufen erreichen. Davon abgesehen behalte die Bibel allerdings ihre Gültigkeit.

Donnerstag: Serverabstürze in den USA, Europa und Japan lassen Millionen auf die Straße gehen. Weil die verantwortlichen Techniker einen eigenen Server für ihre Spiele haben und von den Problemen verschont bleiben, liegt Pokémon Go in den meisten Großstädten lahm. Jede Nation reagiert auf ihre eigene Weise: Die Franzosen bauen Barrikaden, die Deutschen schreiben ans Ordnungsamt, die Amerikaner drohen mit Einmarsch und Demokratie für die Spieleschmiede Niantic Studios.

Freitag: Die Server liegen immer noch lahm. Orthopäden vermelden Patientenrekorde - der Smartphone-Nacken wird als offizielles Krankheitsbild ins Diagnosesystem ICD-10 aufgenommen.

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