Samstag, 24. August 2019

Unterwanderung durch China? Peter Thiel hetzt Google den US-Präsidenten auf den Hals

Star-Investor und PayPal-Mitgründer Peter Thiel

Der Milliardär Peter Thiel, Star-Investor und Unterstützer von US-Präsident Donald Trump, hat das amerikanische Staatsoberhaupt auf Google angesetzt. Thiel hatte bei einer Konferenz insinuiert, dass Google im Bereich Künstliche Intelligenz von chinesischen Agenten unterwandert sei. Zugleich warf er dem Suchmaschinenkonzen vor, mit dem chinesischen Militär zusammenzuarbeiten.

Google wies die Vorwürfe umgehend zurück und erklärte, nicht mit dem chinesischen Militär zusammenzuarbeiten. Pläne für eine in China zugelassene Suchmaschine seien zudem aufgegeben worden.

US-Präsident Trump hielt das Dementi allerdings nicht davon ab, die Sicherheitsbehörden aufzurufen, die Zusammenarbeit des Suchmaschinenriesen mit China genauer unter die Lupe zu nehmen: "Ein großartiger und brillanter Typ, der sich in der Sache besser auskennt als jeder andere", twitterte Trump als Reaktion auf Thiels Kommentare, laut einem Reuters-Bericht.

Man werde sich das genauer anschauen. Als mögliche Behörde, die sich mit den Vorwürfen beschäftigen könne, nannte er das Justizministerium. Thiel selbst hatte eine Untersuchung seitens des FBI und der CIA ins Spiel gebracht.

Thiel war einer der frühen Investoren bei Facebook, das mit Google um Werbemilliarden konkurriert, und sitzt im Führungsgremium der Datenanalysefirma Palantir, die mit Google im Wettstreit um Regierungsprojekte steht.

Der Milliardär ist offenbar nicht der einzige, der Befürchtungen in diese Richtung hat. Der oberste US-General, Marine-General Joseph Dunford, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, hatte laut Reuters bereits im März ähnliche Bedenken bei einer Kongress-Anhörung geäußert.

"Google eine echte Bedrohung für unsere demokratischen Prozesse"

Zudem werfen von Thiel unterstütze Republikaner dem Suchmaschinenkonzern vor, konservative Inhalte bei der Darstellung von Suchergebnissen zu benachteiligen. Senator Ted Cruz, Vorsitzender des Senatsgerichtsausschusses, erklärte nach einer Anhörung im Senat am Dienstag: Googles Monopolmacht und Zensur seien "eine echte Bedrohung für unsere demokratischen Prozesse". Er forderte, dass Google mehr seiner Daten offenlege, um besser beurteilen zu können, wie die Suchmaschine gegebenenfalls besser reguliert werden könne.

Kritik kommt auch aus dem demokratischen Lager. Im Zuge der Anhörung forderte der demokratische Senator Richard Blumenthal, eine stärkere Überwachung von Googles YouTube-Kanal. "Sie können das Monster nicht einfach loslassen und sagen, es ist zu groß, um es zu kontrollieren", sagte Blumenthal.

mit reuters

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