US-Ministerium verklagt Milliarden-Startup Palantir sortiert asiatische Bewerber angeblich systematisch aus

Führt eines der wertvollsten Silicon-Valley-Startups: Milliardär und Palantir-Gründer Alex Karp

Führt eines der wertvollsten Silicon-Valley-Startups: Milliardär und Palantir-Gründer Alex Karp

Foto: © Mike Blake / Reuters/ REUTERS

Das US-Arbeitsministerium verklagt das milliardenschwere IT-Startup Palantir wegen Diskriminierung. Die Behörde wirft dem mit zuletzt 20 Milliarden Dollar bewerteten Unternehmen vor, systematisch asiatische Bewerber auszusieben. Als Auftragnehmer der Regierung müsse es Anti-Diskriminierungsregeln einhalten.

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Palantir entwickelt und verkauft Analysesoftware für Militär und Geheimdienste, Banken und Versicherungen. Zwar mache es laut "Financial Times" (kostenpflichtig)  aktuell mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit privaten Kunden. Eine Verurteilung wäre jedoch trotzdem ein schwerer Schlag, würde sie doch das Aus für alle öffentlichen Aufträge bedeuten. Der Investmentarm der CIA gehört zu Palantirs frühesten Investoren.

77 Prozent asiatische Bewerber, 19 Prozent asiatische Neueinsteiger

Beamte des Arbeitsministeriums hätten für ihre Auswertung verschiedene Ausschreibungen des Startups untersucht, berichten mehrere Medien. Auf sieben Stellen im Qualitätsmanagement hätten sich beispielsweise über 730 Menschen beworben, etwa 77 Prozent von ihnen Asiaten. Eingestellt worden seien am Ende jedoch nur ein Asiate und sechs Bewerber anderer Ethnien. Laut Ministerium liege die Chance, dass diese Verteilung zufällig entstanden sei, bei 1 zu 741.

Noch deutlicher sehe es bei einem Engineering-Praktikum aus: Bei 4 von 21 eingestellten Mitarbeitern mit asiatischem Hintergrund könne nur mit einer Chance von 1 zu 1 Milliarde nicht von Diskriminierung ausgegangen werden.

Palantir bestreitet die Vorwürfe. Zwar wollte eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press keine Einblicke in die Rekrutierungspraxis des Unternehmens geben - diese "spreche für sich".

Das Silicon Valley umweht seit Jahren ein nicht gerade emanzipierter Ruf: Große Unternehmen wie Apple , Facebook  und Google  haben laut AP bereits selbst zugegeben, unterdurchschnittlich viele Frauen, Afroamerikaner und Latinos zu beschäftigen. Asiaten seien hier allerdings eigentlich besser repräsentiert. Im Frühjahr 2015 hatte der Prozess der Managerin Ellen Pao gegen ihren Ex-Arbeitgeber, den milliardenschweren Risikokapitalgeber Kleiner Perkins Caulfield & Byers, ein Schlaglicht auf das Frauenbild der US-IT-Branche geworfen.

luk mit Material von AP
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