Hauptversammlung von Rocket Internet "Die größte Plattform außerhalb der USA und Chinas werden"

Von mm-newsdesk
Rocket-Chef Oliver Samwer: Die Startup-Holding braucht noch mehr Geld, Aktionäre brauchen Geduld

Rocket-Chef Oliver Samwer: Die Startup-Holding braucht noch mehr Geld, Aktionäre brauchen Geduld

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Immobilien, Essen, Mode: Wo Rocket sein Glück sucht

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Berlin -Die Startup-Holding Rocket Internet  will ihren Expansionskurs nach dem Börsengang fortsetzen. Ziel sei es, die größte Plattform im Internet außerhalb der USA und Chinas zu werden, kündigte Rocket-Chef und Mitgründer Oliver Samwer am Dienstag auf der ersten Hauptversammlung des Berliner Unternehmens an.

Noch muss Rocket Internet allerdings beweisen, dass man mit dem Gründen von Startups nach dem Baukastenprinzip Geld verdienen kann. Bisher schreiben alle der Jungfirmen, an denen Rocket Internet beteiligt ist, rote Zahlen. Dazu gehören unter anderem die Möbelhändler Westwing und Home24 sowie die Essens-Lieferdienste HelloFresh, Foodpanda und Delivery Hero.

Weitere Kapitalerhöhung geplant

Das Portfolio aus noch Verluste schreibenden Startups wie auch der anhaltende Expansionskurs verbrennen Geld. Um finanziell flexibel zu bleiben, will sich Samwer beim Aktionärstreffen die Erlaubnis für eine Kapitalerhöhung von 50 Prozent des Grundkapitals, die nach dem derzeitigen Aktienkurs mehr als 2,5 Milliarden Euro bringen könnte, sowie für Wandelanleihen im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro einholen. Die Erlaubnis würde bis 2020 gültig sein.

Aktie deutlich unter Ausgabekurs

Rocket war erst im Oktober an die Börse gegangen und hatte dabei 1,4 Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt. Im Februar folgte dann überraschend eine Kapitalerhöhung von knapp 590 Millionen Euro.

Bisher sind die Anteilseigner jedoch skeptisch bezüglich der Zukunftsaussichten von Rocket. Am Dienstag verlor die im schwach regulierten Entry Standard notierte Aktie mehr als 4 Prozent auf 37,14 Euro. Der Ausgabekurs beim Börsengang hatte bei 42,50 Euro gelegen.

Rocket Internet will sein Kapital in den nächsten Jahren um bis zu zwei Milliarden Euro erhöhen. Dies soll mit Schuldverschreibungen geschehen, die später in neue Aktien umgewandelt werden können, erläuterte Finanzvorstand Peter Kimpel auf der ersten Hauptversammlung nach dem Börsengang. Erst im Februar hatte sich Rocket 590 Millionen Euro durch die Ausgabe neuer Aktien besorgt.

Einem Händler zufolge kommt der weitere Kapitalbedarf bei der Start-up-Schmiede zwar kaum überraschend, die potenzielle Verwässerung drücke aber etwas auf die Stimmung für die Aktie.

Insbesondere belastet aus seiner Sicht aber die Kurszielsenkung der US-Investmentbank Goldman Sachs. Analyst Carl Hazeley nahm sein Ziel für die Aktie auf Sicht von zwei Jahren von 70 auf 56 Euro zurück. Er hält das Papier allerdings weiterhin für kaufenswert. Die Aktie sei attraktiv bewertet - sie habe sich seit Jahresbeginn im Vergleich zu anderen europäischen Aktienwerten und auch zum Internet-Sektor schlecht entwickelt.

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