Mittwoch, 27. Mai 2020

Comeback der Finnen Nokia versucht Neustart im Smartphone-Geschäft

Dejá vu: Nokiawerbung in China aus dem Jahr 2004

Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia Börsen-Chart zeigen arbeitet mit Feuereifer an seiner Wiederauferstehung. Nachdem der finnische Konzern in der vergangenen Woche zunächst die geplante Übernahme des französischen Rivalen Alcatel-Lucent verkündete, gab es am Montag schon wieder Neuigkeiten aus Espoo. Wie das US-Technologieblog "Recode" unter Berufung auf zwei verschiedene Quellen berichtete, wollen die Finnen ab 2016 wieder in den Smartphone-Markt einsteigen.

Damit würde Nokia in einen Markt zurückkehren, dem es erst im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt hatte. Im April 2014 hatte Nokia, abgehängt von Rivalen wie Apple Börsen-Chart zeigen und Samsung Börsen-Chart zeigen, seine Handysparte für 5,4 Milliarden Euro an Microsoft Börsen-Chart zeigen verkauft und sich auf Netzwerke und Navigationsgeräte konzentriert. Geschäftsteile wurden aufgegeben, Tausende Jobs abgebaut.

Während Konkurrenten wie Apple auf externe Produzenten wie Foxconn setzte, hatte Nokia über viele Jahre seine Geräte selbst produziert. Und war abgehängt worden. Chinesische Hersteller produzieren Smartphones "mittlerweile schneller, als wir es schaffen, eine Power Point Präsentation auf Vordemann zu bringen" schrieb Ex-Nokia-Chef Stephen Elop 2011 in einem Brandbrief an seine Mitarbeiter.

Nun haben die Finnen von der Konkurrenz gelernt. Schon jetzt produziert und vertreibt der chinesische Auftragsfertiger und iPhone-Hersteller Foxconn in China ein Tablet unter dem Namen Nokia N1, für das er von den Finnen die Lizenz erworben hat. Womöglich könnte dies bei den Smartphones, von denen Recode berichtet, ähnlich laufen.

Auch andere Produkte sind offenbar angedacht. Für Wearables wie Fitnessarmbänder oder Uhren hat man sich die Expertise ehemaliger Nokianer zugekauft, wie manager magazin bereits im Dezember berichtete. Schließlich verfügt Nokia immer noch über einen beträchtlichen Patentschatz, den es zu Geld zu machen gilt.

Auch der Name Nokia dürfte ab 2016 wieder für den Smartphonemarkt frei sein. Microsoft , die zwar das Handygeschäft, nicht aber die Markenrechte von Nokia erworben hatten, hatten ihre Smartphones zum Jahresende auf Lumia umfirmiert. Für die Nutzung des Namens kassierte Nokia eine Lizenzgebühr.

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