170 Mio. für Wellness-Technik-Firma Nokia will digitalen Gesundheitsmarkt erobern

Smart, schick, digital: Die Uhr Activité Steel von Withings sieht aus wie ein herkömmlicher Zeitmesser, kann über Sensoren aber Gesundheitsdaten erfassen, die sich über Apps auswerten lassen.

Smart, schick, digital: Die Uhr Activité Steel von Withings sieht aus wie ein herkömmlicher Zeitmesser, kann über Sensoren aber Gesundheitsdaten erfassen, die sich über Apps auswerten lassen.

Foto: withings

Im vergangenen Herbst hatte Nokia angekündigt, sich der Produktion von Fitnesstrackern und Smartwatches zu widmen. Zugleich formulierte der Konzern das Ziel, parallel Anwendungen für den Gesundheitsbereich entwickeln zu wollen. So suchte Nokia dafür nicht nur entsprechende Entwickler, sondern auch Experten aus dem Gesundheitsbereich .

Mit dem am Dienstag angekündigten Kauf  des Fitness-Produkte-Herstellers Withings setzt Nokia diese Strategie nun konsequent fort. Für rund 170 Millionen Euro will Nokia den Spezialisten für vernetzte Wellness-Technik übernehmen und damit wieder stärker ins Geschäft mit Endverbrauchern einsteigen.

Withings gilt als Pionier im Geschäft mit Geräten, die Gesundheitsdaten erfassen und sich mit Hilfe von Apps auswerten lassen. Das 2008 gegründete Unternehmen stellt nach eigenen Angaben unter anderem Körperwaagen, Uhren, Thermometer, vernetzte Blutdruckmessgeräte und Sicherheitskameras mit Funkanschluss her. Die Firma mit Dependancen in Paris und Hongkong zählt nach eigenen Angaben 200 Beschäftigte. Der Kauf soll im dritten Quartal abgeschlossen sein, heißt es in der Mitteilung.

Mit der Uhr Activité, die wie ein herkömmlicher Zeitmesser aussieht, aber über Sensoren Schritte zählen kann, hatte Withings einen Trend gesetzt. Das Prinzip haben andere Smartwatch-Hersteller mittlerweile adaptiert.

"Withings teilt unsere Vision von einer digitalen Gesundheitswelt", erklärt Ramzi Haidamus , Präsident von Nokia Technologies, laut Mitteilung. Withings Erfahrung, Knowhow und Nokias Innovationsstärke zusammen vereint, erlaube beiden, künftig eine einzigartige Position in der digitalen Gesundheitsförderung einzunehmen, heißt es etwas schwülstig in der Mitteilung.

Der einst größte Handy-Hersteller hatte 2013 seine Handy-Sparte an den Softwarekonzern Microsoft verkauft, der damit bislang nicht wirklich glücklich wurde und hohe Abschreibungen darauf vornehmen musste. Nokia konzentrierte sich fortan auf die Ausrüstung von Telekom-Netzen, kündigte im Sommer vergangenen Jahres aber an, ins Handy-Geschäft zurückkehren zu wollen.

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Unter dem Namen Nokia wurde auch bereits wieder ein Tablet verkauft. Seit geraumer Zeit sucht Nokia seine Chance im Markt für Wearables und Lifestyle-Medizintechnik. Withings und Nokia stehen hier natürlich nicht allein. Samsung kaufte im Sommer 2014 den Heimvernetzer SmartThings und integrierte die Technologie in eigene Geräte. Google kaufte vor gut zwei Jahren für rund drei Milliarden Dollar die Firma Nest, die mit Withings konkurriert.

mit dpa