Fahrdienst wird ausgebremst Warum ein Urteil Ubers Milliarden-Bewertung torpediert

Von Andrea Rungg
System Uber: Der Fahrdienst Uber organisiert den Transport via Smartphone-App. Die Fahrer sind nicht bei Uber angestellt, sondern gelten nur als Dienstleister. Doch dieses indirekte Arbeitsverhältnis prangern die Fahrer an - und bekommen dabei mehr und mehr recht.

System Uber: Der Fahrdienst Uber organisiert den Transport via Smartphone-App. Die Fahrer sind nicht bei Uber angestellt, sondern gelten nur als Dienstleister. Doch dieses indirekte Arbeitsverhältnis prangern die Fahrer an - und bekommen dabei mehr und mehr recht.

Foto: Andrew Caballero-Reynolds/ AFP

Das Geschäftsmodell des milliardenschweren Startups Uber steht auf der Probe. Der umstrittene Fahrdienst hat in einem Rechtstreit eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Einer Entscheidung der kalifornischen Labor Commission zufolge muss Uber seine Fahrer als Angestellte behandeln und nicht als unabhängige Auftragsnehmer. Die Fahrer müssten somit sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden.

Damit muss Uber künftig mit deutlich höheren Personalkosten rechnen, wodurch die kalkulierten hohen Margen sinken dürften. Zahlreiche Investoren haben sich mit hohen Summen an Uber beteiligt und das Unternehmen auf mittlerweile mehr als 50 Milliarden Dollar taxiert. Dem Startup sollen fast 6 Milliarden Dollar Kapital zur Verfügung stehen. Uber hatte stets argumentiert, es sei nur eine Technologieplattform, die via Smartphone-App Fahrten vermittelt.

Uber zählt weltweit mehr als 200 000 Fahrer. Die aktuelle Entscheidung betrifft zwar nur den Bundesstaat an der Westküste der USA, allerdings droht Uber auch anderenorts Ungemach.

Die Entscheidung dürfte aber nicht für Uber gravierende Auswirkungen haben. Derzeit bauen zahlreiche Unternehmen in verschiedenen Geschäftsbereichen so genannte On-Demand-Plattformen auf, bei denen die Dienstleister nicht als Angestellte der Unternehmen anerkannt werden und so erhebliche Kosten selbst tragen müssen.

Die California Labor Commission sieht das Arbeitsverhältnis zwischen Plattform und Dienstleister aber anders. Uber sei in jedem Punkt am Betrieb beteiligt, heißt zur Begründung der Entscheidung. Das Unternehmen kontrolliere die Funktionen, die die Fahrer in Anspruch nehmen würden, überwache das Bewertungssystem der Fahrer und beende die Zusammenarbeit mit ihnen, wenn sie weniger als 4,6 Sterne hätten.

Es ist nicht das erste Urteil, das in dieser Streitfrage gegen Uber entschieden hat. Auch in Florida hatte bereits eine Behörde des Bundesstaates Ubers Fahrer als Angestellte des Unternehmens eingestuft. Außerdem soll bald ein Geschworenengericht in den USA darüber entscheiden, ob Ubers Fahrer vom Unternehmen direkt beschäftigt werden müssen. Das US-Startup hatte verhindern wollen, dass es zu einem Urteil eines Geschworenengerichts kommt.

Im aktuellen Fall hatte eine frühere Fahrerin das Unternehmen auf mehr als 4100 Dollar für Ausgaben verklagt. Uber-Fahrer müssen Benzin, Autoreparaturen und Versicherungen selber bezahlen. Das Gericht gestand der Frau den Betrag zu und lehnte einen Einspruch Ubers gegen eine frühere Entscheidung ab.


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